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Aktuelle Nachrichten
für Senioren , pflegende
Angehörige und andere Interessierte
Im Folgenden werden hier von der
Gerontologischen Seniorenberatung Online
regelmäßig aktuelle Informationen und
Neuigkeiten rund um das Thema
" Häusliche Betreuung/Pflege
alter sowie altersverwirrter,
demenzkranker und sonst psychisch
belasteter älterer Menschen "
veröffentlicht.
... noch zur Beachtung :
- Auf die
10teilige Merkblattreihe
"Die Betreuung altersverwirrter Menschen"
wird zusätzlich verwiesen, ebenso auf das diesbezügliche
Schnupperangebot.
- Alle
Online-Angebote des Gerontologischen Beratungsdienstes auf einen Blick
finden Sie
hier => Überblick
!
- Beachten Sie auch unser kurzes Info-Quiz
"Was wissen Sie über das Alter ??"
Hirnliga fordert bessere Behandlung
12.01.2011
von Demenzkranken
Alzheimer-Forscher haben angesichts der dramatischen
Zunahme von Demenzerkrankungen dazu aufgerufen, alle derzeit zur Verfügung
stehenden Behandlungsmöglichkeiten zu nutzen.
Von Thomas Meißner
FRANKFURT AM MAIN. Weniger als 20 Prozent der gesetzlich
krankenversicherten Demenzkranken erhielten indikationsgerecht
Antidementiva. Das hat der Gerontopsychiater Hans Gutzmann aus Berlin bei
einem Symposium der Hirnliga in Frankfurt am Main kritisiert. Bei privat
Versicherten seien es doppelt so viele.
Nach einer Erhebung würden fast 90 Prozent der Neurologen einem
Verwandten bei entsprechendem Bedarf einen Acetylcholinesterasehemmer
verordnen und 64 Prozent der Hausärzte. Selbst verordnen sie diese
Medikamente jedoch nur bei 44 und neun Prozent ihrer Patienten.
Budgetrestriktionen würden von Haus- und Fachärzten als wichtigste Ursache
dafür benannt, dass stationär begonnene Antidementiva-Behandlungen nicht
fortgeführt werden.
Bei den Krankenkassen würden Demenzerkrankungen im Wesentlichen als
Pflegeproblem angesehen, meinen Vertreter der Hirnliga, weniger als
medizinisches Problem und behandelbare Krankheit. Bei adäquater Therapie
könne jedoch der Pflegebedarf verzögert werden, was Kosten sparen würde.
Daher sprechen sich Experten der Hirnliga dafür aus, Krankenkassen und
Pflegekassen zusammenzulegen, um vorhandene Hemmnisse bei der Therapie und
Pflege Demenzkranker zu beseitigen.
Professor Ralf Ihl aus Krefeld forderte einen nationalen Demenzplan wie
in Frankreich oder in den USA. "Wir müssen all die Aktionen, die wir in der
Republik gegen Demenz unternehmen, sei es auf politisch-lokaler Ebene oder
auf Forschungsebene, koordinieren!", sagte Ihl.
Ein nationaler Demenzplan solle Ziele vorgeben. Die erforderlichen
finanziellen Mittel, um diese zu erreichen, sollten bereitgestellt werden.
Letztlich müsse dies dann auch auf europäischer Ebene angegangen werden.
Derzeit leiden etwa 1,4 Millionen Menschen in Deutschland an Demenz,
davon 60 Prozent am Alzheimer-Typ. Für 2050 wird prognostiziert, dass sich
die Zahl der Alzheimer-Patienten verdoppelt oder gar verdreifacht haben
wird.
Quelle: Ärztezeitung, 12.01.2011 |
"Aktionsplan Demenz schafft Handlungsrahmen"
13.12.10
Die Versorgung von Demenzkranken wird eine der großen
Herausforderungen in der Zukunft sein, sind sich Experten sicher. Regina
Schmidt-Zadel von der Alzheimer-Gesellschaft NRW fordert nun einen
nationalen Aktionsplan - und sie setzt auf den Einsatz von geschulten Laien
DÜSSELDORF (iss). Die stellvertretende Vorsitzende der
Alzheimer-Gesellschaft Nordrhein-Westfalen Regina Schmidt-Zadel fordert
einen nationalen Aktionsplan Demenz.
Er sei notwendig, um die ambulante und stationäre Versorgung von
Demenzkranken zu verbessern, sagte die langjährige
SPD-Bundestagsabgeordnete. "Die Versorgung von Menschen mit Demenz ist eine
der großen Herausforderungen der Zukunft."
Ziel eines nationalen Demenzplans solle die Schaffung eines
Handlungsrahmens sein, der durch alle Strukturen reicht und sich an den
Versorgungsnotwendigkeiten der Patienten orientiert. In anderen europäischen
Ländern, etwa in Frankreich, gebe es solche Aktionspläne bereits, sagte
Schmidt-Zadel.
Sie forderte die politisch Verantwortlichen in NRW auf, sich auf
Bundesebene für einen solchen Aktionsplan einzusetzen. Schmidt-Zadel
plädierte auch dafür, die Beschäftigung von Alltagsbegleitern für
Demenzkranke in Pflegeheimen auszuweiten.
Während heute ein Begleiter für 25 Patienten vorgesehen ist, sollte der
Schlüssel künftig 1 zu 12,5 betragen, schlug sie bei einem Pressegespräch
der AOK Rheinland/Hamburg vor.
Dabei sollte der Einsatz der geschulten Laien ihrer Ansicht nach nicht
auf Pflegeheime beschränkt bleiben. Er sei auch in Akutkliniken sinnvoll.
"Für allein lebende Demenzkranke brauchen wir einen sogenannten
Alltags-Kümmerer."
Schmidt-Zadel hat zudem einen weiteren Vorschlag, um die stationäre
Versorgung von Patienten mit einer Demenz zu verbessern: "Ich fordere für
jedes Krankenhaus einen Demenzbeauftragten."
Quelle: Aerztezeitung
13.12.2010
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Verdacht auf Demenz?
30.07.10
Umfassende Basisdiagnostik ist unverzichtbar
Zur Zeit leben in Deutschland etwa eine Million Menschen mit
Demenz. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl
der Betroffenen in den nächsten Jahren weiter steigen.
Demenzkrank sind in der Altersgruppe der 65- bis 69-Jährigen
derzeit etwa 1,5 Prozent. Bei den über 90-Jährigen sind es
bereits 30 Prozent und bei den über 100-Jährigen 60 Prozent
Demenz ist keine Erkrankung. "Definitionsgemäß handelt es
sich um eine chronische und behindernde Störung des
Gedächtnisses und mindestens einer weiteren höheren
Hirnleistung", so Professor Claus Werner Wallesch von der
BDH-Klinik Elzach und Dr. Claudius Bartels von der
Universitätsklinik für Neurologie in Magdeburg.
Da die Demenz von verschiedenen Krankheiten verursacht werden
kann - auch von Erkrankungen, für die es Therapiemaßnahmen gibt
-, ist es wichtig, die Diagnose so früh wie möglich zu stellen.
Vor allem in der Frühphase ist es oft schwierig, eine Demenz zu
diagnostizieren. Darauf weisen die beiden Neurologen in ihrer
zertifizierten Fortbildung zum diagnostischen Vorgehen bei
Patienten mit Verdacht auf Demenz hin.
Als Basisdiagnostik bei Demenz-Verdacht werden nach den
Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)
empfohlen: Anamnese und Fremdanamnese, eine neurologische und
psychiatrische Beurteilung, neuropsychologische Untersuchungen,
eine zerebrale Bildgebung sowie Laboruntersuchungen zur
Ausschlussdiagnostik.
Gedächtnisstörungen und Antriebsschwäche sind typische
Hinweise auf eine Demenz. Gezielt sollte auch nach Problemen in
der Alltagsbewältigung, nach Schlafstörungen, Schwindel,
Erschöpfbarkeit und Gewichtsverlust gefragt werden. Für die
Differenzialdiagnose sind zudem Hinweise auf internistische,
neurologische oder allgemeine Beschwerden wichtig, ebenso
Angaben zu Alkoholkonsum und Medikamenteneinnahme.
Bei der psychiatrischen Beurteilung sollte besonders auf eine
Depression geachtet werden. Auch Verwirrtheitszustände
müssen ausgeschlossen werden. Hausärzte, die als erste
Ansprechpartner der Patienten meist die Verdachtsdiagnose Demenz
stellen, können in der Praxis einen Screeningtest machen.
Bewährt hat sich der Mini-Mental-Status-Test (MMST).
Bei Verdacht auf Demenz ist immer auch eine bildgebende
Untersuchung notwendig. Methode der ersten Wahl bei der
Primärdiagnostik ist eine MRT.
60 Prozent der Demenz-Patienten haben eine Alzheimer-Demenz.
Die Diagnose kann gestellt werden, wenn außer einer
Gedächtnisstörung mindestens eines dieser Symptome vorhanden
ist: Aphasie, Apraxie, Agnosie oder Störungen der
Exekutivfunktion. Typisch für die Alzheimer-Demenz ist ihr
schleichender Beginn. Auch der Geruchssinn ist früh
beeinträchtigt, was allerdings auch bei Morbus Parkinson der
Fall ist. Zu Beginn gelingt es den Patienten noch, Gedächtnis-
oder Wortfindungsstörungen zu überspielen. Daher wird die
Diagnose häufig erst gestellt, wenn vermehrt Gedächtnisdefizite,
Orientierungs- oder apraktische Handlungsstörungen auffallen.
Bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium ist der
Schlaf-Wach-Rhythmus gestört, auch Symptome wie
Depression, Angst, Wahn oder Agitiertheit sind häufig zu
finden. (mar)
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Erstmals gibt es wissenschaftlich
15.12.09
fundierte Leitlinien zur Demenzdiagnostik und -therapie
Eine möglichst exakte Diagnose und eine adäquate Therapie - das
fordern 28 Gesellschaften in der ersten S3-Leitlinie in Deutschland zu
Demenzen. Und dazu gehören bei jedem Demenzkranken die Bildgebung sowie ein
Test auf die Schwere der Erkrankung.
Von Thomas Müller
Auf dem Kongress der DGPPN sprachen Experten von einem Meilenstein bei
der Versorgung von Demenz-Patienten: Erstmals in Deutschland liegt nun eine
S3-Leitlinie zu Demenzen vor, und diese wird von 28
medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Berufsverbänden und
Patientenorganisationen getragen. Obwohl sich so viele Vertreter von
Psychologen, Neurologen und Psychiatern bis zu Ergotherapeuten und Logopäden
an der Leitlinie beteiligt haben, ist mehr als nur ein Kompromiss auf
kleinstem gemeinsamem Nenner heraus gekommen: Die Leitlinie gibt viele
evidenzbasierte Empfehlungen, die weit über das bisher in der Versorgung
Übliche hinausgehen und den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Kenntnis
berücksichtigen.
Die beiden Kernpunkte nannte Professor Günther Deuschl als Vertreter der
DGN bei der Präsentation der Leitlinie auf dem DGPPN-Kongress in Berlin: Das
Recht eines jeden Demenzpatienten auf eine akkurate Diagnose einschließlich
Bildgebung und das Recht auf adäquate Therapie. Das Recht auf eine akkurate
Diagose wird damit begründet, dass Demenz zunächst eine Syndromdiagnose ist,
hinter der sich viele verschiedene Erkrankungen verbergen können. Erst eine
differenzierte ätiologische Zuordnung ermögliche eine fundierte Aussage über
den Verlauf und die Behandlung - es reicht also nicht mehr, nur eine Demenz
zu diagnostizieren; es muss auch klar sein, welche. Und hierfür ist eine
rein klinische Beurteilung unzureichend. In der Leitlinie wird daher
Folgendes empfohlen:
- Bildgebung: Bei einem klinisch festgestellten Demenzsyndrom
soll unbedingt ein zerebrales CT oder MRT gemacht werden, und zwar nicht
nur zur Differenzialdiagnostik, sondern auch, um heilbare Ursachen wie
Normaldruckhydrozephalus oder subdurale Hämatome auszuschließen. Solche
nicht-degenerativen Ursachen liegen bei etwa fünf Prozent der
Demenzkranken vor. Die Leitlinie rät hier bevorzugt zum MRT.
- Kognitive Kurztests: Sie werden ebenfalls bei allen Patienten
mit Demenz und bei solchen mit Demenzverdacht empfohlen, und zwar auch,
um die Schwere der kognitiven Einschränkungen zu ermitteln. Denn die
Einteilung in leichte, mittelschwere oder schwere Demenz ist wiederum
für die Therapie entscheidend. Als geeignet erachtet werden etwa MMST
(Mini-Mental-Status-Test), DemTect, TFDD (Test zur Früherkennung der
Demenz mit Depressionsabgrenzung) und der Uhrentest.
- Die Labordiagnostik gehört zur Basisdiagnostik, mit ihr
können ebenfalls nicht-degenerative Ursachen erfasst werden. Die
Leitlinie rät zum Test auf Blutbild, Elektrolyte, Nüchtern-Blutzucker,
TSH, Blutsenkung oder CRP, GOT, Gamma-GT, Kreatinin, Harnstoff, Vitamin
B12.
- Weitere Testverfahren sind nicht für alle Patienten
obligatorisch, werden aber in bestimmten Situationen empfohlen, etwa
neuropsychologische Tests bei fraglicher oder leichter Demenz, die
Liquordiagnostik bei Verdacht auf eine entzündliche Ursache oder zur
Differenzialdiagnostik, PET und SPECT ebenfalls zur
Differenzialdiagnostik, wenn dies mit MRT oder CT nicht möglich ist.
- Antidementive Therapie: Hier bezieht sich die Leitlinie auf
verschiedene Meta-Analysen, etwa des Cochrane-Instituts, und empfiehlt
Cholinesterase-Hemmer bei leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz,
Memantine bei moderater bis schwerer Alzheimer-Demenz. Der Argumentation
des
IQWiG, das einen Nutzen von Memantine infrage stellt, will die
Leitlinie nicht folgen, vielmehr werden methodische Mängel des
IQWiG-Berichts kritisiert, und es wird auf Analysen wie des
staatlichen britischen NICE verwiesen, die eine signifikante
Überlegenheit von Memantine gegenüber Plazebo sehen.
Für Donepezil sieht die Leitlinie genug Evidenz, um auch eine Behandlung
bei schwerer Demenz zu empfehlen, die derzeit aber off-label ist. Bei
gemischter Demenz wird eine Therapie wie bei M. Alzheimer empfohlen, bei
leichter bis mittelschwerer Parkinsondemenz Rivastigmin, bei vaskulärer
Demenz können Antidementiva off-label erwogen werden, für andere
Demenzen gibt es keine spezifischen Empfehlungen.
- Eine Psychopharmaka-Therapie bei Verhaltensstörungen sieht
die Leitlinie sehr kritisch. Sie sollte nur dann erfolgen, wenn
psychosoziale Interventionen nicht effektiv, nicht ausreichend oder
nicht verfügbar sind. Aufgrund des erhöhten Sterberisikos und einer
erhöhten Schlaganfallgefahr unter Antipsychotika sollten solche Arzneien
nur mit der geringst möglichen Dosis und über einen kurzen Zeitraum
unter engmaschiger Kontrolle verordnet werden.
- Auf psychosoziale Interventionen legt die Leitlinie
besonderen Wert. Sie werden als zentraler Bestandteil der Betreuung
betrachtet. Aufgeführte Optionen sind etwa kognitive Stimulation,
Ergotherapie, körperliche Aktivierung, Reminiszenzverfahren oder
Musiktherapie. Für solche Verfahren gibt es Hinweise, dass sie Kognition
und Verhalten günstig beeinflussen. Besonders empfohlen werden auch
Interventionen für Angehörige, die ihnen den Umgang mit Demenzkranken
erleichtern.
Die S3-Leitlinie Demenzen gibt es online etwa unter
www.dgn.org
Quelle: Aerztezeitung 01.12.09
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S3-Leitlinien zu
Depression und Demenz 26.11.09
Versorgungsaspekte wurden berücksichtigt Fachgesellschaften und
Patientenorganisationen beteiligt
BERLIN (mut). Erstmals in Deutschland sind jetzt fachübergreifende
S3-Leitlinien zur Therapie und Diagnose bei
Depression und Demenz verfügbar.
Experten versprechen sich davon wichtige Impulse bei der Versorgung von
Patienten mit diesen Volkskrankheiten. Als "Meilensteine" wurden sie am
Donnerstag bei der Präsentation auf dem DGPPN-Kongress in Berlin
vorgestellt: Die Leitlinie zu Demenz ist die erste auf S3-Niveau in
Deutschland. Die kombinierte Behandlungs- und Versorgungsleitlinie zur
unipolaren
Depression löst überwiegend alte Leitlinien auf S1-Niveau ab.
Das besondere an den beiden Leitlinien ist nicht aber nicht nur das
S3-Niveau, das auch Versorgungsaspekte berücksichtigt - beide wurden
multiprofessionell unter Beteiligung der meisten Fachgesellschaften im
psychomedizinischen und neurologischen Bereich sowie von
Patientenorganisationen erstellt.
Die Depressions-Leitlinie wurde daher auch zur Nationalen
Versorgungsleitlinie (NVL) erhoben, die S3-Leitlinie Demenz soll zusammen
mit der 2008 vorgestellten Demenzleitlinie der DEGAM nun zu einer NVL
fusionieren.
Einige der wichtigsten Punkte: Bei leichten Depressionen wird zunächst
eine abwartende Haltung ohne Therapie empfohlen, bei Demenzen wird das Recht
auf eine Diagnose postuliert - einschließlich Bildgebung. Beide Leitlinien
sind ab heute online verfügbar.
Die Depressionsleitlinie ist seit heute (26.11.2009) unter
www.versorgungsleitlinien.de verfügbar, die Demenzleitlinie geht morgen
online, etwa unter unter
www.leitlinien.net
Quelle: Ärztezeitung, 26.11.09
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Broschüre zum Thema Alzheimer
29.08.09
erschienen
KÖLN (akr). Die Deutsche Seniorenliga hat ihre
Broschüre "Alzheimer erkennen" aktualisiert. Der 26-Seiten
starke Leitfaden informiert Patienten und ihre Angehörigen über
erste Symptome und wie sie sich von normaler
Altersvergesslichkeit unterscheiden.
Außerdem gibt er Angehörigen Tipps, wie sie bei Anzeichen
einer Alzheimererkrankung bei einem Familienmitglied vorgehen
sollten und informiert darüber, welche diagnostischen und
therapeutischen Möglichkeiten es gibt. Die Broschüre ist
kostenlos erhältlich unter
www.dsl-alzheimer.de oder bei der Deutschen Seniorenliga,
Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn.
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Neues Demenzzentrum
25.06.09
In Bonn ist am Dienstag das deutsche Demenzzentrum gegründet
worden.
In der Gesundheitsforschung werde damit eine völlig neue Struktur
geschaffen, sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU). In
Deutschland ist jeder 17. über 65 Jahren von Demenz betroffen, unter den
über 90jährigen sogar jeder Dritte.
Die neue Einrichtung zur Erkundung von Krankheiten wie Alzheimer oder
Parkinson gehört der Helmholtz-Gemeinschaft an unsd arbeitet an bundesweit
sieben Außenstellen mit Krankenhäusern, Universitäten und Instituten
zusammen.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 25.6.2009 |
Die Angst der Ärzte vor der Diagnose
Von Thomas Müller
Zwei Faktoren werden künftig für eine steigende Zahl von Alzheimerkranken
sorgen: Der Anteil der alten Menschen in unserer Gesellschaft nimmt zu, und
einzelne Menschen erreichen ein zunehmend höheres Alter. Obwohl diese
Faktoren gut bekannt sind, fehlen noch immer klare Konzepte, wie mit dem
erwarteten Ansturm von Demenzkranken auf Haus- und Facharztpraxen umzugehen
ist. Kein Wunder, dass sich Ärzte mit dem Problem alleine gelassen fühlen
und - die budgetären und zeitlichen Belastungen vor Auge - oft lange zögern,
die korrekte Diagnose zu stellen.
Politische Drohungen ob steigender Medikamentenkosten und die fehlende
Bereitschaft von Kassen, neue Diagnosetechniken wie PET oder Liquor- analyse
zu bezahlen, tragen ein Übriges dazu bei, Ärzte bei der Diagnose zu
verunsichern. Dies ist ganz im Sinne einer Gesellschaft, die sich weiterhin
weigert, die medizinischen Probleme einer alternden Gesellschaft ernst zu
nehmen.
Dabei hat eine frühe und korrekte Alzheimer-Diagnose viele Vorteile: Den
Betroffenen bleibt mehr Zeit, ihre Angelegenheiten zu regeln, und eine
rechtzeitige antidementive Therapie kann die Aufnahme in ein Pflegeheim
verzögern. Dass dies wiederum Geld spart, hat sich offenbar noch nicht
überall herumgesprochen.
Lesen Sie dazu auch:
"Alzheimer-Diagnose fällt Ärzten oft schwer"
Quelle: Aerztezeitung 4.6.09
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gestellt um jeden Preis?
16.03.09
Antipsychotika können fatale Folgen für Demenzkranke
haben.
Clive Ballard vom Londoner King’s College warnt
zusammen mit anderen Wissenschaftlern vor unnötiger
Medikation mit neuroleptischen Mitteln.
Denn sie erhöhen das Sterberisiko Demenzkranker um
ein Vielfaches.
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Quelle: Doc Check TV,
16.03.09
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Schmidt fordert bessere Versorgung
21.01.09
von Demenzkranken
Defizite in der hausärztlichen Betreuung /
Bundesgesundheitsministerium stellt
29 "Leuchtturmprojekte" gegen Demenz vor
BERLIN (hom). Die hausärztliche Begleitung von dementiell erkrankten
Menschen muss nach Einschätzung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt
(SPD) weiter verbessert werden.
"Wir wissen, es gibt hier ein Defizit", sagte Schmidt anlässlich der
Präsentation des "Leuchtturmprojekts Demenz". Das
Bundesgesundheitsministerium fördert noch bis Ende des Jahres 29
Modellprojekte, in denen unter anderem neue Therapie- und Pflegemaßnahmen
auf ihre Wirksamkeit im Alltag der Betroffenen untersucht und evaluiert
werden. Dafür werden insgesamt 13 Millionen Euro bereitgestellt. In
Deutschland sind derzeit rund 1,1 Millionen Menschen an Demenz erkrankt -
die meisten von ihnen an "Morbus Alzheimer". Bis zum Jahr 2030 wird sich die
Zahl der Betroffenen auf schätzungsweise 1,7 Millionen erhöhen.
Demenz sei noch immer ein Thema, "das zu sehr am Rand des medizinischen
Geschehens steht", sagte Schmidt. Insbesondere Hausärzte müssten so
ausgebildet sein, dass sie die Krankheit möglichst früh erkennen und weitere
Schritte einleiten können. Langfristiges Ziel des "Leuchtturmprojekts
Demenz" sei eine flächendeckende Versorgung von an Demenz erkrankten
Menschen. "Wir wollen weg von der einzelnen Blume auf der Wiese und
erreichen, dass es überall gute Versorgungsangebote gibt." Die Inhalte der
Modellprojekte müssten zu Inhalten künftiger Versorgungsverträge zwischen
Hausärzten, Kliniken und Krankenkassen werden, forderte Schmidt.
Modellcharakter könnte unter anderem das Projekt "DemenzNetz Aachen"
haben, das zu den geförderten Initiativen gehört. Ziel des Netzwerkes ist
die Förderung der Frühdiagnostik und die Bereitstellung eines breiten
Spektrums unterstützender Maßnahmen zur Vermeidung von Hospitalisierung und
Heimeinweisung. In Aachen tätige Hausärzte kooperieren dabei mit Experten
des Gerontopsychiatrischen Zentrums des Alexianer Krankenhauses Aachen.
Gemeinsam haben sie ein Versorgungsnetzwerk mit aufsuchendem Fallmanagement
aufgebaut. Im Rahmen des Projekts werden Haus- und Fachärzte zu
Früherkennung und Behandlung des Krankheitsbildes Demenz weitergebildet.
Derzeit nehmen 92 Hausärzte und 128 Patienten am Projekt teil, erläuterte
Dr. Andreas Theilig, Facharzt für Neurologie am Alexianer Krankenhaus
Aachen.
Quelle: Aerztezeitung 21.01.09
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Jeder
zweite Hochbetagte braucht Pflege
18.12.08
Knapp 2,3 Millionen
Pflegebedürftige in Deutschland / Frauen
häufiger
betroffen als Männer
WIESBADEN (hom). Der demografische Wandel
hinterlässt Spuren: So ist die Zahl der
Pflegebedürftigen in Deutschland im vergangenen
Jahr erneut gestiegen. Das geht aus der jetzt
vorgelegten "Pflegestatistik 2007" hervor.

Klare Tendenz:
Menschen mit niedriger Pflegestufe
werden in der Regel in den eigenen vier
Wänden betreut.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis)
in Wiesbaden waren in Deutschland im Dezember
2007 knapp 2,3 Millionen Menschen
pflegebedürftig im Sinne des
Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Das waren
rund 118 000 oder 5,6 Prozent mehr als im Jahr
2005. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen waren
Frauen.
Das Risiko, auf Pflege durch Angehörige oder
Profis angewiesen zu sein, steigt laut
Pflegestatistik mit zunehmenden Alter deutlich
an.
Während bei den 70- bis unter 75-Jährigen
"nur" jeder zwanzigste pflegebedürftig war,
wurde für die ab 90-Jährigen die höchste
Pflegequote ermittelt: Der Anteil der
Pflegebedürftigen an allen Menschen dieser
Altersgruppe betrug 62 Prozent. Im Hinblick auf
die Pflegestufen verzeichneten die Statistiker
vor allem einen Anstieg bei den
Pflegebedürftigen der Pflegestufe I (plus 8,2
Prozent).
Rund 1,54 Millionen Pflegebedürftige wurden
zu Hause versorgt, die meisten von ihnen von
Angehörigen. Rund 710 000 Menschen wurden in
Heimen gepflegt und betreut.
Quelle: Ärztezeitung,
18.12.08
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Hilfe für Demenzkranke
22.11.08
Jeder
dritte Pflegebedürftige, der zu Hause betreut wird, kann
die seit Juli geltenden Hilfen für Demenzkranke
bekommen.
Darauf hat der Medizinische Dienst der
Krankenversicherungen hingewiesen.
Die Auswertung der 315 000 Anträge auf Pflegeleistungen
für das dritte Quartal 2008 habe ergeben,
dass etwa 100 000 Menschen unter Demenz litten.
Mit der Pflegereform wurde festgelegt, dass diese
Kranken bis zu 200 € im Monat erhalten, um einen
Betreuer zu beschäftigen.
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Quelle: Sueddeutsche Zeitung,
22.11.08
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Das neue
Pflegezeitgesetz
30.07.2008
Das neue Pflegezeitgesetz und
seine Folgen für den Arbeitgeber
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hat der Deutsche Bundestag am
14.03.2008 das neue Pflegezeitgesetz (kurz: PflegeZG) verabschiedet. Dieses
Gesetz trat zum 01.07.2008 in Kraft und enthält einige bedeutende Änderungen
des Arbeitsrechts. Die einzelnen Bestimmungen dieses Gesetzes sind im
Internet auf der Website des Deutschen Bundestages (www.bundestag.de)
in der Bundestagsdrucksache (BT-Drucks.) 16/7439 auf den Seiten 27 und 28 zu
finden.
Ziel dieses Gesetzes ist, Beschäftigten die Möglichkeit zu eröffnen,
pflegebedürftige nahe Angehörige in häuslicher Umgebung zu pflegen und damit
die Vereinbarkeit von Beruf und familiärer Pflege zu verbessern (§ 1
PflegeZG). Dabei unterscheidet das Gesetz zwischen zwei unterschiedlichen
Anspruchsgrundlagen, gerichtet auf eine Freistellung von der Arbeitspflicht:
einen Anspruch auf eine kurzzeitige Arbeitsbefreiung für eine Dauer von bis
zu 10 Arbeitstagen (§ 2 PflegeZG) und einen Anspruch auf Gewährung einer
Pflegezeit von einer Dauer von längstens 6 Monaten (§ 3 PflegeZG).
Kurzzeitige Arbeitsverhinderung,
§ 2 PflegeZG
Bei akut auftretenden Pflegesituationen haben Beschäftigte nach § 2 Abs. 1
PflegeZG das Recht, bis zu einer Dauer von zehn Arbeitstagen der Arbeit
fernzubleiben, wenn dies erforderlich ist, um für einen nahen
pflegebedürftigen Angehörigen eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren
oder eine pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicherzustellen. Einer
konkreten Zustimmung oder einer sonstigen Mitwirkungshandlung von Seiten des
Arbeitgebers bedarf es dabei nicht.
Dieser Anspruch besteht unabhängig von der bisherigen Dauer des
Arbeitsverhältnisses, so dass ein Arbeitnehmer schon vom ersten Arbeitstage
an eine solche Freistellung geltend machen kann. Anders als bei der
Pflegezeit nach § 3 PflegeZG spielt die Größe des Unternehmens dabei keine
Rolle.
Nach § 2 Abs. 2 PflegeZG sind die Beschäftigten verpflichtet, dem
Arbeitgeber ihre Verhinderung an der Arbeitsleistung und deren
voraussichtliche Dauer unverzüglich (d. h. ohne schuldhaftes Zögern)
mitzuteilen. Dabei ist auf Verlangen des Arbeitgebers auch eine ärztliche
Bescheinigung über die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen und die
Erforderlichkeit der Pflege durch den Beschäftigten vorzulegen.
Sofern nichts anderes vereinbart ist, besteht nach § 2 Abs. 3 PflegeZG
während der kurzzeitigen Arbeitsbefreiung grundsätzlich kein Anspruch auf
eine Entgeltfortzahlung. Allerdings kann sich eine Verpflichtung zur
Fortzahlung der Vergütung aus vertraglichen Vereinbarungen oder aufgrund
gesetzlicher Vorschriften ergeben. Hier ist namentlich § 616 S. 1 BGB
(Bürgerliches Gesetzbuch) zu berücksichtigen, wonach ein Arbeitnehmer seinen
Anspruch auf Vergütung behält, wenn er lediglich für eine kurze Zeit durch
einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der
Erbringung der Arbeitsleistung verhindert ist. Insoweit war schon unter dem
bisherigen Recht die kurzzeitige Betreuung eines erkrankten eigenen Kindes
oder sonstigen Angehörigen anerkannt. Zwar stellt diese Regelung in § 616 S.
1 BGB kein zwingendes Recht dar, so dass dieser Anspruch auf Lohnfortzahlung
während der Dauer der Pflege naher Angehöriger theoretisch ausgeschlossen
werden kann. Unklar ist aber noch, ob dieser Ausschluss auch in einem
formularmäßig vorformulierten Arbeitsvertrag vorgenommen werden kann.
Pflegezeit, § 3 PflegeZG
Bei längerfristig auftretenden Pflegesituationen haben Beschäftigte das
Recht, maximal für die Dauer von 6 Monaten (vgl. § 4 PflegeZG) ganz oder
teilweise mit ihrer Arbeit auszusetzen, wenn sie einen pflegebedürftigen
nahen Angehörigen in der häuslichen Umgebung pflegen möchten, § 3 Abs. 1
PflegeZG. Im Unterschied zum Anspruch auf kurzzeitige Arbeitsbefreiung
besteht ein solcher Anspruch aber nur gegenüber Unternehmen, die regelmäßig
mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen (wobei anders als beim
Kündigungsschutzrecht auch Auszubildende und auch Teilzeitbeschäftigte voll
zählen). Während der Freistellung in der Pflegezeit erhält der Arbeitnehmer
- ebenfalls im Unterschied zur kurzzeitigen Arbeitsbefreiung - regelmäßig
keinerlei Vergütung. Der § 616 BGB findet hier keine Anwendung, da es sich
nicht mehr um eine Verhinderung für eine kurze Zeit handelt.
Der § 3 PflegeZG gewährt dem Arbeitnehmer einen Anspruch auf Freistellung im
Sinne eines einseitigen Gestaltungsrechts, so dass es einer ausdrücklichen
Freistellungserklärung von Seiten des Arbeitgebers nicht bedarf. Es reicht
nach § 3 Abs. 3 PflegeZG aus, wenn der Arbeitnehmer sein
Freistellungsverlangen spätestens 10 Arbeitstage vor Beginn der
Freistellungsphase beim Arbeitgeber schriftlich ankündigt und im Rahmen
dessen erklärt, für welchen Zeitraum und in welchem Umfange er mit der
Arbeit aussetzen möchte.
Will der Arbeitnehmer nur teilweise aussetzen, muss er dem Arbeitgeber die
gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben. Nach § 3 Abs. 4 PflegeZG
haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer dann eine schriftliche Vereinbarung über
die Verringerung und die Verteilung der Arbeitszeit zu treffen. Den Wünschen
des Arbeitnehmers hat der Arbeitgeber zu entsprechen. Der Arbeitgeber kann
den Wunsch des Arbeitnehmers lediglich bei dringenden betrieblichen Gründen
ablehnen. Welche Gründe das im Einzelnen sind, ist im Gesetz aber nicht
geregelt. Hier wird man sich wohl in der Zukunft an die zur
Elternteilzeittätigkeit gem. § 15 Abs. 7 Nr. 4 BEEG (Bundeselterngeld- und
Elternzeitgesetz) entwickelte Grundsätze zu orientieren haben.
Die beim Angehörigen eingetretene Pflegebedürftigkeit ist vom Arbeitnehmer
in jedem Falle - und nicht nur auf Verlangen des Arbeitgebers - durch
Vorlage einer Bescheinigung der Pflegekassen oder des Medizinischen Dienstes
der Krankenversicherungen (kurz: MdK) nachzuweisen, vgl. § 3 Abs. 2 PflegeZG.
Ergänzende Regelungen
Ergänzt werden diese beiden zentralen Regelungen in § 2 und § 3 PflegeZG
zunächst durch die Begriffsdefinitionen in § 7 PflegeZG. Einen Anspruch auf
Freistellung haben nach § 7 Abs. 1 PflegeZG alle Beschäftigten, wozu vor
allem Arbeitnehmer, Auszubildende und arbeitnehmerähnliche Personen gehören.
Als nahe Angehörige gelten nach § 7 Abs. 3 PflegeZG Eltern, Schwiegereltern,
Großeltern, Ehegatten, Lebenspartner, Geschwister, Kinder (sowohl leibliche
als auch angenommene) sowie Enkel. Dagegen werden Onkeln und Tanten nicht
als nahe Angehörige vom Gesetz erfasst. Eine Pflegebedürftigkeit wird nach §
7 Abs. 4 PflegeZG in den Fällen angenommen, in denen der Angehörige wegen
einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung
nicht mehr in der Lage ist, die gewöhnlichen und regelmäßigen Dinge des
täglichen Lebens auf Dauer alleine zu verrichten.
Für Arbeitgeber wird des Weiteren von besonderem Interesse sein, dass
Beschäftigte gemäß § 5 Abs. 1 PflegeZG von dem Zeitpunkt der Ankündigung bis
zum Ende der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung bzw. der Pflegezeit einen
Sonderkündigungsschutz erhalten. In dieser Zeit dürfen Arbeitsverträge weder
ordentlich noch fristlos gekündigt werden. Nur in besonderen Fällen kann
eine Kündigung von der obersten Landesbehörde für Arbeitsschutz für zulässig
erklärt werden. Gerade hier sind natürlich gewisse Missbrauchsfälle denkbar,
indem Beschäftigte ein Pflegezeitverlangen stellen, nur um in den Genuss
dieses Kündigungsschutzes zu gelangen. Wie die Arbeitsgerichte hier
entgegenwirken werden, bleibt künftig abzuwarten.
Der Gesetzgeber möchte den Arbeitgebern andererseits dergestalt entgegen
kommen, indem diese gem. § 6 PflegeZG die Möglichkeit erhalten, etwaige
Pflegezeiten ihrer Mitarbeiter mit Hilfe von befristeten Arbeitsverträgen zu
überbrücken. Die Regelung ist aber im Grunde genommen überflüssig, da schon
unter derzeit geltendem Recht der Sachgrund der Vertretung über § 14 Abs. 1
S. 2 Nr. 3 TzBfG (Teilzeit- und Befristungsgesetz) anerkannt ist.
Schließlich ist darauf hinzuweisen, dass die hier beschriebenen Vorschriften
des PflegeZG zwingendes Recht darstellen. Von ihnen darf weder in
einzelvertraglichen Vereinbarungen, noch in Tarifverträgen oder
Betriebsvereinbarungen zum Nachteil der Beschäftigten abgewichen werden.
Etwaige nachteilige Vereinbarungen wären gem. § 134 BGB unwirksam und damit
letztlich das Papier nicht wert, auf dem sie stünden. Abweichungen zugunsten
der Beschäftigten sind indes möglich. 4. Fazit
Inwieweit dieses neue Gesetz in der Zukunft tatsächlich von betroffenen
Arbeitnehmern angenommen wird, kann nur spekuliert werden. Denn vor allem
der Anspruch auf Freistellung für die Pflegezeit gem. § 3 PflegeZG ist ohne
Lohnfortzahlung ausgestaltet, so dass eine Inanspruchnahme dieser Rechte von
der persönlichen finanziellen Leistungsfähigkeit der jeweiligen Arbeitnehmer
abhängen wird.
Grundsätzlich ist ein solches Gesetz gesellschaftspolitisch zu begrüßen. Auf
der anderen Seite wird die Personalplanung für Unternehmen ein weiteres Mal
erschwert. Vor allem die kurze Ankündigungsfrist von nur 10 Tagen für die
Pflegezeit wird Unternehmen künftig erhebliche Probleme bereiten, da es
zumeist schwierig ist, innerhalb einer so kurzen Zeit einen Ersatz für die
freigestellten Mitarbeiter zu finden. Daher ist es durchaus ratsam, wenn
Arbeitgeber künftig entsprechende Vorsorgemaßnahmen betreiben (z. B. durch
entsprechende Kontakte mit Leiharbeitsunternehmen). Außerdem enthält das
neue Gesetz auch weitere Gefahren für Arbeitgeber, indem z. B. Mitarbeiter
durch missbräuchliche Antragstellungen theoretisch den
Sonderkündigungsschutz des § 5 PflegeZG erschleichen könnten.
Quelle:
www.channelpartner.de
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Alte Frauen leiden häufiger
05.07.08
an Demenz als Männer
Washington (AFP) — Sehr alte Frauen leiden häufiger an Demenz als
gleichaltrige Männer. Laut einer Studie der Universität im
kalifornischen Irvine sind fast die Hälfte aller Frauen über 90 Jahren
von Demenz-Erkrankungen wie Alzheimer betroffen. Von den 911 Probanden
der Studie litten 45 Prozent der Frauen an Demenz, bei den Männern waren
es 28 Prozent. Wie die Wissenschaftler um die Epidemiologin Maria
Corrada im Fachmagazin "Neurology" ausführen, verdoppelt sich die
Wahrscheinlichkeit einer Demenz-Erkrankung bei Frauen nach dem 90.
Lebensjahr alle fünf Jahre.
Vorherige Studien zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit an Demenz zu
erkranken bei Frauen und Männern zwischen 65 und 85 Jahren rapide
ansteigt. Während weniger als zwei Prozent der 65- bis 69-Jährigen an
Gedächtnisverlust und Desorientierung leiden, sind 20 Prozent der 85-
bis 89-Jährigen betroffen. Wie die kalifornischen Wissenschaftler jetzt
herausfanden, haben Frauen mit einem hohen Bildungsstand ein um 45
Prozent geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken, als schlechter
ausgebildete Frauen. Die Ursachen dafür müssten noch erforscht werden,
hieß es. Bei Männern wurde der Zusammenhang nicht festgestellt.
Derzeit leben in den USA rund zwei Millionen Menschen über 90. Im
Jahr 2050 sollen es nach heutigen Schätzungen zehn bis zwölf Millionen
sein. Die Studienergebnisse zeigten, dass mehr unternommen werden müsse,
um die wachsende Zahl demenzkranker Senioren versorgen zu können,
erklärte Studienleiterin Corrada.
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Wie können Demenzkranke besser
21.05.08
versorgt werden?
Delegierte des Ärztetages in Ulm diskutieren über
mögliche Handlungsoptionen /
Immer noch erhebliche Defizite / Zahl der Erkrankungen steigt
ULM. Die Versorgung von Demenzpatienten in Deutschland bleibt
unbefriedigend, die Widersprüche werden sich nach Ansicht von Experten in
den kommenden Jahren verschärfen, weil die Zahl der Betroffenen rasant
steigen wird. Grund genug für die Delegierten des Deutschen Ärztetags in
Ulm, sich intensiv mit dem Themenkomplex Demenz und Pflege
auseinanderzusetzen.Von Christoph Fuhr
Keine Bewegung in Sachen Demenz? Professor Hans Gutzmann, Präsident der
Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie- und -psychotherapie, bleibt
skeptisch: Die Hoffnung, "dass die Herausforderung der Demenzen in ihrer
Gesamtheit erkannt und nachhaltig gelöst wird", keime zuweilen auf, sagt er.
"Aber diese Hoffnung wird leider immer wieder enttäuscht. "
Kein Zweifel: Die Versorgung von Demenzpatienten wird Gesundheits- und
Sozialpolitiker in Zukunft vor immer größere Herausforderungen stellen.
Hauptursache ist der demografische Wandel. Etwa 1,3 bis 1,5 Millionen
Menschen in Deutschland leiden an einer demenziellen Erkrankung - und die
Tendenz ist steigend. Denn mit zunehmendem Alter gibt es immer mehr
Demenz-Erkrankungen.
Von den 75- bis 78-Jährigen sind rund zwölf Prozent, von den 80- bis
90-Jährigen ein Viertel und von den über 90-Jährigen die Hälfte der Menschen
von Demenzen betroffen.
Kooperation mit Ärzten ist nicht immer befriedigend
Entfielen im Jahr 2000 auf 100 000 Einwohner etwa 1000 Demenzkranke, so
ist bis zum Jahr 2050 mit einer Verdreifachung zu rechnen. Immer stärker in
den Fokus rücken dabei neben Hausärzten pflegende Angehörige und
Pflegedienste, die eine Schlüsselfunktion bei der Versorgung haben.
Wie sieht die Versorgung im häuslichen Umfeld aus Sicht von Mitarbeitern
ambulanter Pflegedienste aus? Unterstützt vom Unternehmen Merz
Pharmaceuticals GmbH hat die Deutsche Gesellschaft für Gerontopsychiatrie
und -psychotherapie zu diesem Thema vor kurzem eine aktuelle Studie
vorgelegt. Eine Kernaussage: Die Kooperation mit niedergelassenen Ärzten
läuft - aus Sicht der Pflegedienste - oft alles andere als optimal.
Von den 903 ambulanten Diensten, die an der Befragung teilnahmen, wurden
64 970 Patienten betreut, davon hatten 12 975 eine vom Arzt diagnostizierte
Demenz. Bei weiteren rund 7000 Patienten gingen die Pfleger von einer von
Ärzten nicht diagnostizierten Demenzerkrankung aus.
Das sind die wichtigsten Studienergebnisse:
- Hauptursache für einen Umzug von Demenzkranken in ein Pflegeheim ist
meist eine Überforderung der pflegenden Angehörigen.
- Bei vielen Demenzkranken, die zu Hause versorgt werden, fehlt bisher
- aus Sicht der Pflegekräfte - eine ärztliche Diagnose.
- Weniger als die Hälfte aller Patienten mit der ärztlichen Diagnose
Demenz werden mit Antidementiva versorgt, etwa ein Drittel erhalten
Neuroleptika.
- Die Mehrheit der Vertreter von Pflegediensten beklagt eine mangelnde
Kommunikationsbereitschaft von niedergelassenen Ärzten. Das bedeutet: Zu
wenige Ärzte nehmen aus Sicht der Pflegekräfte von sich aus Kontakt zu
den Diensten auf. Klar wird allerdings auch: das Thema polarisiert.
Immerhin ein Drittel der Pflegedienste gibt Ärzten bei der Bereitschaft
zur Kontaktaufnahme gute Noten.
- Nur etwa jeder zehnte Pflegedienst fühlt sich umfassend zum
Themenkreis Demenz informiert und beklagt Defizite. Eine deutliche
Mehrheit der Pflegekräfte konstatiert, dass mehr Wissen die tägliche
Arbeit erleichtern würde.
Pflegekräfte fühlen sich oft schlecht über Demenz informiert.
Harsch kritisiert Gerontopsychiatrie-Verbandschef Gutzmann, dass Demenzen
in der im Januar 2008 veröffentlichten Liste der Krankheiten für den
Morbi-Risiko-Strukturausgleich nicht aufgeführt sind. Die medizinische
Versorgung der Demenzpatienten werde sich deshalb weiter verschlechtern,
prognostiziert er. Gutzmanns Begründung: "Es ist für eine Krankenkasse
betriebswirtschaftlich interessant, möglichst viele Patienten mit genau den
Krankheiten in der Mitgliederschaft zu haben, für die sie im Finanzausgleich
Geld bekommen. Die Demenzen werden nicht dazu gehören."
Die Delegierten des Deutschen Ärztetages in Ulm werden sich außer einer
umfassenden Bestandsaufnahme der Versorgungssituation auch mit
Handlungsperspektiven für die Zukunft beschäftigen. Dabei könnten - unter
anderen - folgende Fragen in den Fokus rücken:
- Kann durch einen Ausbau der Prävention und der geriatrischen
Rehabilitation Pflegebedürftigkeit vermieden, verzögert oder gemindert
werden?
- Wie ist es in Zukunft möglich, ambulante Pflegeangebote und
alternative Wohnkonzepte zielgerichtet auszubauen?
- Wie kann Versorgungsmanagement mit dem Hausarzt als Koordinator
verbessert werden?
Die Delegierten werden einen weiteren Aspekt im Blick behalten:
Entscheidend für eine bessere Versorgung ist eine offene gesellschaftliche
Debatte, die zwei Ziele in den Fokus rückt: Tabus müssen abgebaut werden,
Demenzkranke und ihre Angehörige dürfen in unserer Gesellschaft nicht länger
das Gefühl haben, isoliert zu sein.
Herausforderung Demenz
Etwa 1,3 bis 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer
demenziellen Erkrankung. Häufigste Ursache eines demenziellen Syndroms im
Alter ist mit 60 Prozent die Alzheimer-Demenz. Etwa 25 bis 30 Prozent der
Demenzkranken werden von Familienangehörigen betreut.
Die Mehrheit der Deutschen (58 Prozent) wollen - wie eine Befragung des
Unternehmens Janssen-Cilag ergeben hat - bei einer Alzheimer-Erkrankung zu
Hause oder bei Angehörigen gepflegt werden. Zugleich sieht die Bevölkerung
die Notwendigkeit, Demenz-Patienten für die sachkundige Betreuung finanziell
zu unterstützen: 78 Prozent der Befragten befürworten die mit der
Pflegereform geplante Erhöhung der finanziellen Zusatzleistung für
Demenzkranke von bis zu 2400 Euro jährlich. (eb)
Quelle: Ärztezeitung, 21.5.08
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M. Alzheimer wird offenbar
25.03.08
häufig vererbt
SEATTLE (Rö). Die
familiäre Prädisposition auf Morbus Alzheimer wird
offenbar unterschätzt. Wenn beide Eltern an
Alzheimer-Demenz erkrankt sind, steigt das Risiko eines
Menschen, Morbus Alzheimer zu entwickeln auf mehr als 40
Prozent (Archives of Neurology 65, 2008, 373).
Einen Hinweis darauf gibt eine Studie von Dr. Thomas
Bird von der Universität von Seattle im US-Bundesstaat
Washington. Der Wissenschaftler hat die Lebensgeschichte
von 111 Ehepaaren verfolgt, bei denen beide Partner an
Morbus Alzheimer erkrankt sind.
Von den 297 Kindern dieser Elternpaare haben bisher
23 Prozent ebenfalls eine Demenz bekommen. Die Prävalenz
ist damit signifikant höher als in der Bevölkerung. Hier
erkranken nach Angaben des Wissenschaftlers bis zu 13
Prozent. Die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Dies hat
jetzt auch wieder die Studie in den USA bestätigt.
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Quelle: Aerztezeitung 18.03.08
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Jeder fünften Frau droht Demenz
21.03.08
Frauen erkranken fast doppelt so
häufig an Demenz und Alzheimer wie Männer. Während
jeder zehnte Mann dement wird, trifft es eine von
fünf Frauen.
Schlaganfall und Demenz sind die beiden
gefürchtetsten Erkrankungen des Gehirns im
Alter. Es sind auch die einzigen neurologischen
Krankheiten, die unter den zehn häufigsten
Todesursachen rangieren.
Für Alzheimer haben Wissenschaftler der
Universität Boston folgende Zahlen errechnet:
Eine von sechs Frauen und einer von zehn Männern
werden im Lauf des Lebens diese Krankheit
bekommen. An irgendeiner Form von Demenz werden
eine von fünf Frauen und einer von sieben
Männern erkranke
Die Forscher haben für ihre Berechnung die Daten
von rund 2800 Teilnehmer der
Framingham-Herzstudie herangezogen, die sie 29
Jahre lang beobachteten. 400 Männer und Frauen
erkrankten in dieser Zeitspanne an Demenz, davon
292 an Alzheimer.
Das höhere Risiko der Frauen für ein Nachlassen
der Gehirnfunktion im Alter hat vermutlich
keinen physiologischen Grund. Es liege vielmehr
an ihrer höheren Lebenserwartung, sagen die
Wissenschaftler.
Studienleiter Sudha Seshadri hält die Zahlen
nicht nur für die einzelnen Betroffenen von
Bedeutung. „Die Menschen sollten sich bewusst
sein, was einmal auf sie zukommen kann.“ Noch
wichtiger seien derartige statistischen
Berechnungen für die Verantwortlichen im
Gesundheitswesen, die auf diese Entwicklung
vorbereitet sein sollten.
Die Zahlen sind in „2008 Alzheimer’s Disease:
Facts and Figures“ der Alzheimer’s Association
erschienen.
Quelle: Focus Online,
19.03.08
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Vorsorge gegen Demenz ?
03.01.08
Je früher sie sich um den Erhalt ihrer geistigen Fähigkeiten
kümmern, desto höher ist ihre Chance auf eine höhere Lebensqualität
im Alter.
KÖLN - Gegen Geldsorgen im Alter sind mittlerweile viele Menschen
gewappnet aber wie schaut es mit dem Erhalt oder dem Training der
geistigen Leistungsfähigkeit aus?
Auch eine „geistige“ Altersvorsorge kann Sinn machen, denn schon im
Lebensalter zwischen 30 und 40 fängt der „geistige Verfall“ durch
das Abbauen von Gehirnzellen an. Die ersten, merklichen Symptome
bemerkt man allerdings erst viele Jahre später, denn hierbei handelt
es sich um einen schleichenden Prozess. Dem ist man aber nicht
unbedingt hilflos ausgeliefert, denn es gibt genug Möglichkeiten,
die Risiken zu senken. Regelmäßiges Gehirntraining durch bewusste
Lernprozesse, körperliche und soziale Aktivität, gesunde Ernährung
und Reduktion von Stress sind sehr wirksame Möglichkeiten, dem
„geistigen Verfall“ Einhalt zu gebieten.
Auch die durchblutungsfördernde Wirkung von Ginko kann man sich
hierbei zu Hilfe nehmen. Je früher sie sich um den Erhalt ihrer
geistigen Fähigkeiten kümmern, desto höher ist ihre Chance auf eine
höhere Lebensqualität im Alter.
Quelle:
AOK Clarimedis - Die Gesundheitsberater der AOK Rheinland/Hamburg,03.01.08
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Hochdruck fördert Demenz
21.12.07
NEW YORK (hub).
Bluthochdruck vorzubeugen und Hypertoniker zu
therapieren kann das Risiko für kognitive Störungen
mindern. Das lässt sich aus einer US-Studie mit fast
1000 über 65-Jährigen folgern. In der Studie war der
Anteil von Patienten mit leichten kognitiven Störungen
(Mild Cognitive Impairment, MCI) bei einem Blutdruck
über 149/90 mmHg um 40 Prozent höher als bei jenen mit
normalem Blutdruck (Arch Neurol 64, 2007, 1734). Die
neuen Daten bestätigen bisherige Studien zum
Zusammenhang von Hypertonie und Demenz. Hypertonie sei
ein Risikofaktor für subkortikale Läsionen in der Weißen
Substanz, so die Forscher von der Columbia Uni.
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Quelle: Aerztezeitung 12.12.07
Ich habe hierzu eine Frage ... |
Gegen Verhaltensstörung
bei Demenz sind
30.11.07
Antidementiva erste Wahl
Neuroleptika sind für
unruhige und aggressive Demenzkranke nur die Ultima Ratio
BERLIN (mut). Eine Neuroleptika-Therapie ist
bei Alzheimer-Patienten mit Verhaltensstörungen problematisch. Die
Behandlung wird von Demenzexperten nur als Ultima Ratio empfohlen. Zuvor
sollten Ärzte versuchen, die Symptome durch eine Therapie mit Antidementiva
zu lindern.
Das Problem ist bekannt: Gegen Unruhe, Ängste und Aggressionen werden
viele Alzheimer-Patienten mit Neuroleptika behandelt, dagegen erhalten die
meisten Patienten noch immer keine antidementive Therapie. Inzwischen sei
aus großen Studien bekannt, dass Neuroleptika das Risiko für Stürze,
extrapyramidal-motorische Störungen, Herzinfarkt und Schlaganfall bei
Demenzpatienten erhöhen. Zudem verschlechtern die Medikamente oft noch
zusätzlich die Kognition, führten aber kaum dazu, dass die Beschwerden
seltener auftreten. Darauf hat Professor Lutz Frölich von Zentralinstitut
für Seelische Gesundheit in Mannheim hingewiesen. Er nannte als Beispiel die
CATIE-AD-Studie× mit 421 Alzheimer-Patienten. Darin wurden drei atypische
Neuroleptika mit Placebo verglichen. Ein Zielkriterium war die Therapiedauer
wegen angenommener Wirksamkeit. Dabei habe es zwischen den Arzneien und
Placebo keine signifikanten Unterschiede gegeben.
Gut belegt sei jedoch, dass Cholinesterase-Hemmer bei Alzheimer-Patienten
nicht nur positiv auf die Kognition wirken, sondern auch Verhaltensstörungen
deutlich mindern. Auf einer Veranstaltung von Pfizer und Eisai beim
DGPPN-Kongress in Berlin nannte Frölich als Beispiel eine Studie mit 134
Alzheimer-Patienten mit Verhaltensstörungen. Alle Patienten wurden zunächst
zwölf Wochen mit Donepezil (Aricept®) behandelt. Nach dieser offenen Phase
erhielten die Patienten doppelblind entweder Donepezil oder Placebo. Das
Ergebnis: In der offenen Studienphase nahmen Angst, Unruhe und Aggressionen
mit der Donepezil-Therapie deutlich ab. Bei den Patienten, die weitere zwölf
Wochen das Medikament erhielten, gingen die Symptome noch weiter zurück oder
blieben konstant, dagegen nahmen sie bei den Patienten mit Placebo wieder
zu.
Ein ähnlicher Effekt wurde in einer aktuellen Anwendungsbeobachtung mit
Donepezil festgestellt: Dabei gingen vor allem depressive Symptome,
Psychosen, Apathie und Aggressivität zurück. Bei 80 Prozent der
Demenzkranken ließen sich solche Symptome mit einer Donepezil-Dauertherapie
lindern, so Frölich.
Quelle: Ärztezeitung, 29.11.07 |
Weil Senioren Angst vor dem Altern haben,
06.09.07
steigen SuizidratenDer Freitod ist immer noch ein Tabu -
gefährdete Menschen sind schwer erreichbar
BERLIN (se). Mehr als 10 000 Menschen nehmen sich in Deutschland jedes
Jahr das Leben. Besonders alte Menschen sind hoch gefährdet. Anläßlich des
Welttages zur Suizidprävention am 10. September wird deshalb gefordert, dass
mit dem geplanten Präventionsgesetz auch Hilfsangebote für lebensmüde
Menschen ausgebaut werden.
Die Akteure im Nationalen Suzidpräventionsprogramm Deutschland (NaSPro)
streben deshalb eine engere Zusammenarbeit mit dem
Bundesgesundheitsministerium an, das gegenwärtig an einem neuen Anlauf zu
einem Präventionsgesetz arbeitet.
Wie Dr. Georg Fiedler, der Nationale Repräsentant der Internationalen
Gesellschaft für Suidprävention, der "Ärzte Zeitung" erklärte, benötigen vor
allem die regionalen Beratungsstellen in kleineren Gemeinden mehr staatliche
Förderung. Tatsächlich seien aber in Ostdeutschland - dort ist die
Suizidrate im Vergleich zum Westen überdurchschnittlich - in den vergangenen
Jahren sogar etliche Beratungsstellen geschlossen worden.
Als Risikogruppen gelten Depressive, Alte und Vereinsamte, Alkoholiker,
Drogenabhängige und Menschen mit chronischen Krankheiten. Bei Kindern und
Jugendlichen ist der Suizid derzeit nach Unfällen die zweithäufigste
Todesursache. Besonders junge Mädchen sind davon betroffen; die Motive
liegen oft im zwischenmenschlichen Bereich.
Eine stetige Zunahme and Suzidversuchen lässt sich ebenfalls bei älteren
Frauen feststellen. "Jeder zweite Suizidversuch einer Frau wird von einer
über 60jährigen unternommen. "Das macht uns große Sorge. Wir müssen daher
spezifisch etwas für ältere Menschen tun", sagte der Vorsitzende der NaSPro
Professor Dr. Armin Schmidtke.
Durch die jahrelange Tabuisierung des Freitods sei es jedoch schwierig,
alte Menschen in der Suizidprävention zu erreichen. "Bestehende
Hilfsangebote werden von älteren Menschen kaum wahrgenommen. Sie haben
dieses Tabu so verinnerlicht, dass sie ihre Suizidgedanken auch bei Ärzten
und Psychologen nicht ansprechen", sagte Fiedler.
Viele Senioren haben Angst vor dem Altwerden. Mit Besorgnis sieht
Schmidtke deshalb Qualitätsmängel in Pflegeeinrichtungen, wie sie der jüngst
veröffentlichte Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen
offenbart hat. "Wenn man alte Menschen mit Würde behandelt und ihnen die
Angst vor den Pflegeheimen nimmt, kann dies dazu beitragen, dass gefährdete
Menschen weniger an Suzid denken", sagte Schmidtke.
Quelle: Ärztezeitung, 06.09.07
Ich
habe hierzu eine Frage ... |
Aktiv gegen Alzheimer
15.08.07
Wer sich regelmäßig bewegt,
bleibt auch im Alter geistig länger fit
Für Bewegung ist es nie zu spät: Auch im Alter kann
körperliche Bewegung das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung
senken. Höchstleistungen sind dazu nicht nötig, wie eine Studie
der Universität von Washington belegt.
Teilnehmer waren 1740 Senioren, die mindestens 65 Jahre alt
waren. Diejenigen, die drei- bis viermal pro Woche mindestens 15
Minuten Sport trieben (z. B. Walking, Schwimmen, Radfahren)
erkrankten im Verlauf der sechsjährigen Studie rund 40 Prozent
seltener an Alzheimer oder anderen Demenz-Formen als
„unsportliche“ Senioren. Studienleiter Eric Larson vermutet,
dass Sport den Blutfluss im Gehirn verbessert und so Schäden
verhindert. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass die
sportlichen „Oldies“ noch andere Faktoren gemeinsam hätten, die
die Ursache für das niedrige Demenzrisiko sein könnten.
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Therapie lohnt sich in allen Demenz-Stadien
05.07.07
NEU-ISENBURG (mut). Tipps zu
Differenzial-Diagnostik bei M. Alzheimer, nützliche
Hinweise, was bei einer Demenz-Therapie zu beachten ist
sowie eine Beschreibung der Therapie-Optionen bei M.
Alzheimer, vaskulärer Demenz und Parkinson-Demenz - das
steht im Mittelpunkt der zweiten Folge der
Sommer-Akademie.
Eine spezifische antidementive Therapie ist in
Deutschland noch immer die Ausnahme: Nur etwa 10 bis 15
Prozent der Demenz-Kranken bekommen Antidementiva.
Stattdessen erhalten mehr als zwei Drittel der
Demenz-Patienten in Pflegeheimen Sedativa und
Neuroleptika. Dabei haben viele Studien belegt, dass
sich Antidementiva positiv auf die kognitiven
Fähigkeiten auswirken, den Pflegeaufwand reduzieren und
Verhaltensstörungen mildern. Günstige Effekte gibt es
dabei in allen Demenz-Stadien.
Je früher die antidementive Therapie begonnen wird,
desto besser. Denn bei frühem Therapiestart ist die
Chance auf vorübergehende Besserungen am größten.
Außerdem kann bei spätem Therapiestart der Nutzen, den
schon früh behandelte Demenz-Patienten von der Therapie
haben, nicht mehr aufgeholt werden. Vorbeugen kann man
einer Demenz mit viel Bewegung und geistiger Aktivität.
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Quelle: Aerztezeitung 03.07.07
Ich habe hierzu eine Frage ... |
Pflegestufenrechner
04.05.07
Erhält
Ihr Angehöriger bereits eine Pflegestufe? Wieviel Zeit
verwenden Sie für die tägliche Pflege? Auf der
Internet-Seite www.seniorplace.de wird ein
Pflegestufenrechner angeboten. Tragen Sie den täglichen
Pflegebedarf dort ein. Umgehend wird errechnet, welche
Pflegestufe Ihr Angehöriger erhalten müsste. Dieser
Rechner kann natürlich nicht die Einstufung des MDK
ersetzen, gibt aber einen guten Überblick.
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Vier-Sterne-Urlaub für Demenzkranke und
06.02.07
deren pflegende Angehörige
Im Landhaus Fernblick in Winterberg steht das gemeinsame Erleben im
Vordergrund
Von Friederike Krieger
In Winterberg hat die Arbeiterwohlfahrt Westliches Westfalen ein
Urlaubsdomizil speziell für an Demenz erkrankte Menschen und deren pflegende
Angehörige eröffnet.
Die Betreuung eines an Demenz erkrankten Familienmitglieds hinterlässt
Spuren. Neben körperlichen Leiden wie Rückenschmerzen machen psychische
Belastungen den Angehörigen zu schaffen.
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Im "Sinnesgarten" können sich die Gäste des Landhauses Fernblick an
duftintensiven Blumen und Kräutern erfreuen. Fotos: Krieger |
Einen Urlaub gönnen sich aber längst nicht alle Betroffenen. Denn vor dem
Schritt, ein demenzkrankes Familienmitglied in einer
Kurzzeitpflegeeinrichtung unterzubringen, schrecken viele zurück - aus
Angst, dass sich der gesundheitliche Zustand des Patienten verschlechtern
könnte. Eine Reise zusammen mit dem Pflegebedürftigen verbietet sich meist
aus Mangel an behindertengerecht eingerichteten Hotels.
Keine Vollzeitpflege, sondern Verbringen gemeinsamer Zeit
Hier setzt das Angebot des Landhauses Fernblick an. "Bei uns können
dementiell Erkrankte und Pflegende zusammen im beschützten Rahmen ihren
Urlaub verbringen", erklärt Eckhard Roth, Leiter des Hauses. Statt
Vollzeitpflege soll das Erleben gemeinsamer Zeit mit dem Erkrankten im
Mittelpunkt stehen.
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In einer warmen Umgebung entspannen Demenz-Patienten und ihre
Angehörigen gemeinsam. |
Deshalb nehmen die Mitarbeiter des Landhauses den Angehörigen die Pflege
auch nicht völlig aus der Hand. "Die begleitenden Gäste pflegen hier ihre
Angehörigen wie zu Hause", sagt Roth. Wer gewohnt ist, dabei die Hilfe eines
ambulanten Pflegedienstes in Anspruch zu nehmen, kann das auch beim Urlaub
im Sauerland tun. Das Landhaus kooperiert mit diversen Anbietern vor Ort.
Die Angehörigen haben andererseits aber auch die Möglichkeit, ihre
Familienmitglieder bis zu vier Stunden täglich im Landhaus von Fachkräften
betreuen zu lassen. Die Kosten dieser Betreuung übernimmt in der Regel die
Pflegekasse.
"So können sich die Pflegenden einmal Zeit für sich selbst nehmen, eine
Runde Schach spielen, ein Buch lesen oder einfach mal in Ruhe spazieren
gehen", so Roth. Zudem verfügt das Landhaus als Hotel der
Vier-Sterne-Kategorie über Sauna, Schwimmbad sowie einen Sport- und
Massagebereich.
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Das Landhaus Fernblick liegt am Rande von Winterberg. Betreiber
dieses Urlaubsdomizils für Demenzkranke und ihre Angehörigen ist die
Arbeiterwohlfahrt Westliches Westfalen. |
Damit auch die Demenzkranken einen entspannten Urlaub verbringen können,
versuchen die Mitarbeiter des Landhauses deren Bedürfnissen bestmöglich
entgegen zu kommen. Spezielle Fußbodenbeläge, indirekte Beleuchtung und
gezielt platzierte Möbel und Dekoartikel sollen die Orientierung im
behindertengerecht gestalteten Haus erleichtern.
Besonderes Highlight ist der "Sinnesgarten". Er ist mit besonders
duftintensiven Blumen und Kräutern bepflanzt. "Mit fortschreitender Demenz
gewinnt das Langzeitgedächtnis immer mehr an Bedeutung, und schließlich
erinnern sich die dementiell Erkrankten nur noch an ganz ursprüngliche
Erfahrungen wie Sehen, Riechen, Schmecken, Hören und Fühlen", erklärt Roth.
Der Garten soll diese Sinne wecken. Auf dem gesicherten Areal können die
Pflegebedürftigen auch auf eigene Faust auf Entdeckungstour gehen.
Gedächtnistraining und Gymnastik
Neben Freizeitangeboten wie das Gestalten mit Stoff und Farbe,
Gedächtnistraining und Gymnastik sind auch organisierte Ausflüge zu lokalen
Sehenswürdigkeiten möglich. Sollte es zu gesundheitlichen Komplikationen
kommen, stehen kooperierende Ärzte vor Ort bereit.
Die Resonanz auf das im September 2005 gestartete Urlaubsangebot sei
bisher sehr gut gewesen, so Roth. Vor allem im vergangenen Sommer sei das
etwa 55 Personen fassende Landhaus bereits gut ausgelastet gewesen. Die
Kosten für einen Urlaubstag mit Vollpension sind mit 45 Euro pro Person
vergleichsweise günstig.
Landhaus Fernblick, Wernsdorfer Str. 44, 59955 Winterberg, Tel. 02981
/ 898-0, Fax 02981 / 898-299, E-Mail: landhaus-fernblick@aw-kur.de
Quelle: Ärztezeitung, 2/2007
Ich
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Entlastung für pflegende Angehörige
20.01.07
Bayern stellt mehr Geld für die Versorgung von
Demenzpatienten zur Verfügung
MÜNCHEN (sto). Bayern will die Versorgung
altersverwirrter Menschen verbessern und pflegende
Angehörige entlasten. Mit einer neuen Verordnung zur
Umsetzung des Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetzes soll
die finanzielle Förderung von pflegenden Angehörigen,
Betreuungsgruppen und ehrenamtlichen Helfern ausgebaut
werden. Demenzkranke sollten möglichst lange in ihrer
eigenen Wohnung leben können, sagte Sozialministerin
Christa Stewens.
Mit der neuen Verordnung werde die Förderung
ehrenamtlicher Helferkreise auf eine stundenbezogene
Förderung umgestellt. Ab kommendem Jahr werde dann
grundsätzlich jede Einsatzstunde der ehrenamtlichen
Helfer förderfähig sein. Darüber hinaus soll der
Höchstbetrag für die Förderung von insgesamt 8000 Euro
auf künftig 13 000 Euro pro Jahr angehoben werden.
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Quelle: Aerztezeitung 12.12.06
Ich habe hierzu eine Frage ... |
Kongreß in Berlin zu M. Alzheimer
12.10.06
BERLIN (dpa). Zum internationalen Alzheimer-Kongreß vom 12. bis 14. Oktober in
Berlin werden 1500 Teilnehmer aus mehr als 70 Ländern erwartet. Unter dem Motto
"Demenz - eine Herausforderung für das 21. Jahrhundert. 100 Jahre
Alzheimer-Krankheit" geht es bei dem Kongreß um die neuesten Entwicklungen und
Therapiemöglichkeiten.
Das teilt die Gastgeberin des diesjährigen Kongresses, die Deutsche Alzheimer
Gesellschaft, mit. Außerdem sollen Themen wie die Entlastung pflegender Angehöriger und
die Situation in Entwicklungsländern diskutiert werden. Die Schirmherrschaft für den
Kongress hat Bundespräsident Horst Köhler übernommen.
Nach Angaben von Fachverbänden sind in Deutschland etwa 700 000 Menschen an Alzheimer
erkrankt. Nach Schätzung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft könnte sich die Zahl der
Kranken durch das Altern der Bevölkerung in 40 Jahren verdoppeln oder sogar
verdreifachen.
Informationen zum Kongreß und das ausführliche Programm gibt es unter: www.alzheimer2006.de
Quelle: Ärztezeitung, 10.10.2006
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...
In eigener Sache :
Der Betreiber der Online-Beratung GERONTOLOGISCHE SENIORENBERATUNG ONLINE , Hr.
Dipl.Psych. Peter Wagner, ist vom Programmkommitee des 22.Internationalen
Alzheimerkongresses in Berlin
eingeladen worden, einen Beitrag zum Thema "Interaktive Online-Beratung als
präventives Frühwarnsystem" zu präsentieren und Erfahrungen mit diesem neuen
Beratungssystem vorzustellen.
Die Kurzfassung des Beitrags findet sich im ausfürlichen Programm des Kongresses unter www.alzheimer2006.de und kann dort eingesehen werden.
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Schützt viel Bewegung alte Menschen 15.02.06
vor einer Demenz?
Neue Daten, daß Training das Hirn fit hält / 45 Minuten Sport pro Woche
genügen / Studien bei Mäusen stützen Hinweise auf protektiven Effekt
SEATTLE (mut). Wer seinen Körper auf Trab hält, beugt so möglicherweise einer Demenz
vor - auch wenn er schon über 65 Jahre alt ist.
Nach neuen Studiendaten ist die Wahrscheinlichkeit, an einer Demenz zu erkranken, für
aktive Alte um knapp 40 Prozent reduziert.
Daß alte Menschen, die körperlich aktiv sind, seltener Demenzen bekommen, wird immer
wieder in Studien bestätigt. Das Problem: Inwieweit Bewegung tatsächlich einen
Schutz-Effekt hat, ist schwer herauszubekommen - auch deshalb, weil sich
Demenz-Erkrankungen über Jahrzehnte entwickeln, Studien aber keine so lange Laufzeit
haben. Möglich wäre auch, daß viele inaktive Menschen bereits eine beginnende Demenz
haben, und sich deswegen weniger bewegen.
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Die
Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, ist für aktive Alte um etwa 40 Prozent
reduziert. |
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Eine neue Studie mit 1750 Teilnehmern im Alter über 65 Jahren liefert jetzt neue
Hinweise auf einen protektiven Effekt von Bewegung. In die Studie wurden nur Menschen
aufgenommen, die zu Beginn gute kognitive Leistungen hatten - sie mußten in
Kognitionstest zu den 75 Prozent besten ihrer Altersgruppe gehören. Damit sollten
Menschen mit einer beginnenden Demenz weitgehend ausgeschlossen werden.
Die Teilnehmer wurden im Schnitt über sechs Jahre lang beobachtet. Sie wurden gefragt,
an wie vielen Tagen pro Woche sie mindestens 15 Minuten Sport trieben. Dazu zählen etwa
Walking, Schwimmen, Radfahren, Wandern oder Krafttraining. Von den 445 Patienten, die
weniger als dreimal pro Woche Sport trieben, erkrankten in der Beobachtungszeit etwa
zwölf Prozent an einer Demenz.
Von den 1295 Patienten, die mehr als dreimal pro Woche aktiv waren, erkrankten acht
Prozent - das waren 38 Prozent weniger, wenn man Alter und Geschlecht in beiden Gruppen
berücksichtigte.
Die Ergebnisse seien ein weiterer Grund, ältere Menschen zu Sport zu motivieren, so die
Studienautoren um Dr. Eric B. Larson aus Seattle in den USA (Ann Int Med 144, 2006, 23).
Quelle: Ärztezeitung,
9.2.2005 Ich habe hierzu eine Frage ...
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Bewegung - für alte Menschen
25.11.05
die beste Prävention
Verbandstag des VdK Baden-Württemberg / KV-Chef Hoffmann-Goldmayer beklagt
mangelndes Interesse an Vorsorgeuntersuchungen
STUTTGART. Bewegung, Bewegung, und nochmals Bewegung! Prävention im Alter hat viel
zu tun mit Verantwortung für den eigenen Körper. Das ist eine der Kernbotschaften beim
Gesundheitstag des VdK Baden-Württemberg am Wochenende in Stuttgart gewesen. Die
Eigenverantwortung alter Menschen stößt allerdings an Grenzen: etwa wenn diagnostische
Möglichkeiten aus Kostengründen nicht genutzt werden können oder effektiv wirkende
Medikamente nicht verordnet werden.
Von Christoph Fuhr
VdK-Präsident Walter Hirrlinger hat beim Verbandstag in Stuttgart klargestellt, daß
ältere Bürger zunächst einmal selbst in der Pflicht stehen, wenn es ums eigene
Wohlbefinden geht. "Wir müssen mehr auf unsere Gesundheit achten", sagte
Hirrlinger. "Unser Körper wird es uns danken."
Wenn es alten Menschen darüber hinaus gelingt, sich gesund zu ernähren, die Finger
von Glimmstengeln zu lassen und Alkohol nur in Maßen zu konsumieren, dann, so hieß es in
Stuttgart, sind sie auf einem guten Weg, um lange fit zu bleiben.
Es gibt allerdings Defizite, die trotz intensiver Vorsorgebemühungen von Betroffenen
nur schwer zu beeinflussen sind. Professor Reiner Bartl vom Uniklinikum
München-Großhadern hat das in Stuttgart am Beispiel der Osteoporose erläutert. Frauen
in der Postmenopause nach akut aufgetretenen starken Rückenschmerzen zum Beispiel haben
ein hohes Knochenbruchrisiko.
Das Problem: Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bezahlt eine
Knochendichtemessung erst nach der ersten Fraktur. Osteoporose wird deshalb meist erst
nach einem Knochenbruch diagnostiziert.
Entscheidend ist die Diagnose vor dem ersten Knochenbruch
Als Folge von Frakturen, rechnete Bartl vor, entstehen im Gesundheitswesen Jahr für
Jahr Kosten in Höhe von fünf Milliarden Euro. Zwei Milliarden Euro könnten gespart
werden, wenn die Osteoporose früher, also vor dem ersten Knochenbruch erkannt würde. Das
wäre mit einer frühen Knochendichtemessung mit der DXA-Methode auch durchaus möglich,
sagte Bartl.
Der Leiter des Bayerischen Osteoporosezentrums in München nannte ein weiteres Defizit:
die Versorgung von Osteoporose-Patienten mit Bisphosphonaten. Sie können vor, aber auch
nach Frakturen das Knochenbruchrisiko erheblich senken. In Deutschland allerdings werden
Bisphosphonate deutlich weniger verordnet als in vielen anderen Ländern, so Bartl. Die
Folge: Mehr Knochenbrüche, höhere Kosten.
Professor Matthias Leschke, Ärztlicher Direktor des Fachbereichs Kardiologie der
Städtischen Kliniken Esslingen, erläuterte an einem weiteren Beispiel die Auswirkungen
von Defiziten bei der Vorsorge mit Medikamenten: Würden etwa alle Hypertoniker zwischen
55 und 80 Jahren mit linksventrikulärer Hypertrophie (LVH) den AT-1-Blocker Losartan
statt eines Betablockers erhalten, dann ließen sich in fünfeinhalb Jahren 35 000
Schlaganfälle vermeiden, sagte Leschke. Der Anteil der 55- bis 80jährigen entspricht 26
Prozent der Gesamtbevölkerung. Davon haben 60 Prozent eine Hypertonie.
Für Vorsorge nur ungenügend sensibilisiert
Baden-Württembergs KV-Chef Dr. Achim Hoffmann-Goldmayer kritisierte, daß vor allem
Menschen mittleren Alters in Deutschland ungenügend für Vorsorge sensibilisiert sind. Er
wies auf die niedrige Beteiligung an Krebsvorsorge-Untersuchungen hin. Auch der Check-up
35 plus werde nur von 20 Prozent der Menschen genutzt, die diese Leistung tatsächlich in
Anspruch nehmen können.
Erhebliche Defizite sieht Hoffmann-Goldmayer darüber hinaus beim Impfen: "Der
Impfstatus der Deutschen ist schlechter als der von Menschen in manchen
Entwicklungsländern", sagte er, "dabei ist Impfen die Urform der
Prävention." Hoffmann-Goldmayer mahnt Patienten zur Vorsorge, hat aber dabei weniger
Kosteneffekte im Blick. Sparen durch Prävention? "Ich bin nicht überzeugt, daß
Kosten eingespart werden können", sagte er.
"Es wird bei der Prävention nur schwer nachweisbar sein, ob es tatsächlich zu
einem Einspareffekt kommt", ergänzte Baden-Württembergs Sozialminister Andreas
Renner (CDU). Wichtiger sei ohnehin, daß sich die Menschen wohlfühlen, daß sie Vorsorge
betreiben, um gesund zu bleiben. "Alter", sagte Renner, "ist keine
Krankheit!" Dafür gab es donnernden Applaus.
Auch die Kassen haben ein großes Interesse an Prävention. Darüber ließ Dr. Rolf
Hoberg, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, keinen Zweifel. Ziel müsse es
zum Beispiel sein, den Pflegebedarf durch Früherkennung von Krankheiten und eine
zielgenaue Versorgung zu vermindern.
So hat etwa die AOK im Ländle ein großangelegtes Modellprojekt zur Sturzprophylaxe
entwickelt, an dem 320 Pflegeheime teilnehmen. Die Zahl der Stürze in den beteiligten
Einrichtungen ist durch eine effektive Vorsorge um etwa 21 Prozent, die Zahl von
Krankenhauseinweisungen als Folge von Stürzen um fast 30 Prozent zurückgegangen.
Mehrere Redner beim Verbandstag erinnerten an das Präventionsgesetz, das in den
politischen Wirren des vergangenen Sommers auf der Strecke geblieben ist. Jetzt soll es
von der Großen Koalition in Berlin neu aufgerollt werden.
Zur Erinnerung: Laut Präventionsgesetz sollen Kranken-, Pflege-, Renten- und
Unfallversicherung für den Aufbau einer Bundesstiftung, die Förderung regionaler
Projekte und eigene Präventionsmaßnahmen jährlich 250 Millionen Euro bezahlen.
Mehr Geld für Prävention - damit könnten einige der Widersprüche, die beim
VdK-Verbandstag deutlich geworden sind, aufgelöst werden. Minister Renners Forderung
wurde deshalb von den VdK-Mitgliedern, die aus allen Teilen Baden-Württembergs nach
Stuttgart gereist waren, einhellig begrüßt: "Es ist wichtig, daß wir dieses Gesetz
endlich bekommen!"
Quelle: Ärztezeitung,
25.11.2005 Ich habe hierzu eine Frage ... |
Aktiv und gesund älter werden
3.10.05
Das Internet-Angebot, das sich speziell dem Thema körperlicher und geistiger Fitness
im Alter widmet: http://www.richtigfit-ab50.de
( mit einer Menge an nützlichen Informationen, Tipps und Tricks zu
empfehlenswerten Sportarten)
Quelle: www.richtigfit-ab50.de
Ich habe hierzu
eine Frage ... |
DAS ZENTRALE VORSORGEREGISTER
15.8.05
DER BUNDESNOTARKAMMER
Ab dem 1.3.2005 können alle Bürgerinnen und Bürger ihre Vorsorgevollmachten zum Zentralen Vorsorgeregister melden. Die
Eintragung im Register hilft, Vorsorgevollmachten im Betreuungsfall zu finden.
Auf diesen Seiten sind nähere Informationen zum Zentralen Vorsorgeregister, aber auch zur
Vorsorgevollmacht im allgemeinen zusammengestellt. Das Zentrale Vorsorgeregister bietet
Bürgerinnen und Bürgern hier zudem an, die Daten ihrer Vorsorgevollmachten online
einzugeben.
Die Bundesnotarkammer, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, führt das Zentrale
Vorsorgeregister im gesetzlichen Auftrag (§§ 78 a ff. BNotO) und unter Rechtsaufsicht
des Bundesministeriums der Justiz.
Quelle: Bundesnotarkammer (K. d. ö. R.)
www.vorsorgeregister.de
Ich habe hierzu eine Frage ... |
| Woran erkenne ich eine gute Arztpraxis? Patientenverbände erarbeiten Checkliste gemeinsam mit
Ärzten / KBV und Bundesärztekammer kooperieren
NEU-ISENBURG (fuh). Patientenverbände haben zusammen mit Ärzten
eine im Internet abrufbare Checkliste erarbeitet, die Patienten die Arztwahl erleichtern
soll. Der Titel: "Woran erkenne ich eine gute Arztpraxis?" Die Kassenärztliche
Bundesvereinigung (KBV) und die Bundesärztekammer haben an dem Projekt mitgearbeitet.
Die Liste ist gemeinsam vom Patientenforum, einem Zusammenschluß
großer Selbsthilfedachverbände, und dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der
Medizin (ÄZQ) erstellt worden.
Das Zentrum ist ein gemeinsames Institut von Bundesärztekammer
(BÄK) und KBV. Beteiligt am Projekt waren zum Beispiel BÄK-Präsident Professor Jörg D.
Hoppe und Berlins Kammerchef Dr. Günther Jonitz.
Ziel der Checkliste ist es, eine gemeinsame Sicht von Patienten
und Ärzten zu entwickeln - mit Blick "auf das, was die Qualität einer Arztpraxis
ausmacht", erläutert Dr. Sylvia Sänger vom ÄZQ.
| "Woran erkenne ich
eine gute Arztpraxis?" |
- Nimmt der Arzt mich und mein spezielles gesundheitliches Problem
ernst?
- Erhalte ich eine umfassende und verständliche Aufklärung?
- Erhalte ich von meinem Arzt weiterführendes Informationsmaterial
und Informationen über Hilfsangebote?
- Kann ich gemeinsam mit meinem Arzt über die Art meiner Behandlung
entscheiden, beziehungsweise unterstützt mein Arzt mich darin eine Entscheidung zur
Behandlung treffen zu können?
- Werde ich von Arzt und Praxispersonal freundlich und respektvoll
behandelt?
- Erhalte ich ohne Probleme Zugang zu meinen Patientenunterlagen?
- Akzeptiert mein Arzt, daß ich im Zweifelsfall eine zweite Meinung
einholen möchte?
- Wird in der Praxis meine Intimsphäre gewahrt?
- Wird in der Praxis der Schutz meiner persönlichen Daten gewahrt?
- Bietet mein Arzt eine Praxisorganisation, die mir den Arztbesuch
erleichtert?
- Sind Qualitätsmaßnahmen in der Praxis meines Arztes für mich
als Patient erkennbar?
|
| Quelle: Ärztliches Zentrum
für Qualität in der Medizin, Tabelle: ÄRZTE ZEITUNG |
| Gemeinsam haben Ärzte und
Patienten einen Fragenkatalog erarbeitet, der eine bessere Orientierung bei der Arztwahl
bieten soll. Die Federführung bei diesem Projekt hatte das von der Bundesärztekammer und
der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gemeinsam betriebene Ärztliche Zentrum für
Qualität in der Medizin. |
"Nimmt der Arzt mich und mein spezielles
gesundheitliches Problem ernst?" "Erhalte ich eine umfassende und verständliche
Aufklärung?" "Akzeptiert mein Arzt, daß ich im Zweifelsfall eine zweite
Meinung einholen möchte?" Das sind nur drei von vielen Fragen, die thematisiert
werden.
Auf der Checkliste werden auch auch Hintergründe erläutert.
Dazu gehört zum Beispiel die Information, daß Patienten das Recht haben, etwa bei
schwerwiegenden Entscheidungen eine Zusatzmeinung einzuholen oder im Zweifelsfall auch den
Arzt zu wechseln.
Wichtig ist den Verfassern auch, daß Patienten konstruktiv mit
der Checkliste umgehen. "Es ist ein gemeinsames Lernen", sagt Sylvia Sänger.
"Wir wollen keine Patienten, die mit der Liste in die Praxis rennen und sagen: Sie
sind ein schlechter Arzt!"
Die Checkliste steht als Download im Internet zur Verfügung: http://www.patienten-information.de/content/informationsqualitaet/checkliste_arztbesuch
Quelle: Ärztezeitung,
7.7.2005 Ich habe hierzu eine Frage ... |
Demenzkranke unterversorgt
1.6.05
13 Prozent der Alzheimer-Patienten optimal behandelt
KÖLN (dpa). Die Zahl der Demenzkranken wird sich in den kommenden
25 Jahren von derzeit mehr als einer Million Menschen nach Experten-Einschätzung noch
verdoppeln.
Der Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte, Frank Bergmann, sprach beim
3. Neurologen- und Psychiatertag in Köln von einer "tickenden Zeitbombe". Viele
Patienten würden "nur unzureichend oder gar nicht behandelt", sagte Bergmann.
Nur 13 Prozent der Alzheimer-Patienten, die gesetzlich krankenversichert sind, werden
bei den Medikamenten nach dem aktuellen Stand der medizinischen Forschung behandelt, sagte
der Verbandsvorsitzende.
Quelle: Ärztezeitung, 9.5.05
Ich habe hierzu
eine Frage ...
|
Individuelle Unterstützung reduziert
28.4.05 Depressions-Risiko
Pflegende Angehörige von
Alzheimer-Kranken, die eine umfangreiche psychologische Beratung erhalten, erkranken
seltener an Depressionen.
Wenn ein Familienmitglied an Alzheimer erkrankt, verändert das nicht nur das Leben des
Betroffenen, sondern das der ganzen Familie. Viele pflegende Angehörige reagieren auf die
Belastung mit Stress und Depressionen. Doch diese Folgen lassen sich durch geeignete
Hilfsangebote vermeiden oder lindern.
Nachhaltige Wirkung von Hilfsangeboten
Eine kurzzeitige psychologische Beratung in Verbindung mit leicht zugänglichen
Unterstützungsangeboten diese Maßnahmen können das Langzeit-Risiko für
Depressionen bei Männern oder Frauen, die ihre an Alzheimer erkrankten Partner betreuen,
deutlich verkleinern. Das zeigte eine amerikanische Studie, die vom National Institute on
Aging, einer amerikanischen Behörde zur Erforschung von Altersprozessen, gefördert
wurde. Die positiven Folgen dieser Hilfsangebote bleiben lange erhalten und sind sogar
noch nach einer Heimunterbringung oder dem Tod der erkrankten Partner spürbar.
Vermehrter Ausbau individueller Beratungsprogramme nötig
Die Nachhaltigkeit dieser Maßnahmen zeigt, dass eine intensivierte Betreuung die
Last der Pflegenden deutlich mindern kann. Es sollten viel mehr individuelle
Unterstützungsprogramme für pflegende Angehörige angeboten werden als bisher, so die
Forscher.
Quelle:
Mittelman MS et al. Sustained benefit of supportive intervention for depressive symptoms
in caregivers of patients with Alzheimer's disease. Am J Psychiatry 2004; 161:850-6.
Enhanced Counseling And Support Interventions Slash Long-Term Risk Of Depression Among
Alzheimers Disease Caregivers. Homepage der Alzheimer Forschung Initiative e.V.,
Mitteilung vom 26.05.2004
Ich habe hierzu eine Frage ... |
Demenz-Therapie mit Spezialextrakt aus 28.3.05 Ginkgo
nützt auch Angehörigen
Praxisstudie mit Ginkgo-Extrakt EGb761 / Lebensqualität der Pflegenden wird
besser
BERLIN (dru/mal). Durch die Behandlung Demenz-Kranker mit dem Ginkgo-biloba-Extrakt
EGb 761 (Tebonin® intens) bessert sich die Lebensqualität sowohl der betreuenden
Angehörigen als auch die der Patienten selbst. Das hat eine Studie ergeben, die
bundesweit in 133 Praxen von Allgemeinmedizinern, Internisten und Neurologen stattgefunden
hat.
In der prospektiven, nicht-randomisierten Studie, die Privatdozent Dr. Michael Koller
von der Universitätsklinik Marburg bei einer Veranstaltung des Unternehmens Dr. Willmar
Schwabe in Berlin vorgestellt hat, wurden bei 683 Patienten mit Demenz (Alzheimer-Demenz,
vaskuläre Demenz oder Mischform) über einen Zeitraum von zwölf Monaten Daten erhoben.
Die Demenz-Kranken waren zwischen 65 und 80 Jahren alt und wurden zuhause von ihren
Angehörigen versorgt.
Es gab zwei Therapiegruppen: In der einen hatten die Ärzte aus eigenem Ermessen bei
Studienbeginn eine Therapie mit dem Ginkgo-Spezial-Extrakt als einzigem Antidementivum
begonnen. In der anderen Gruppe waren Patienten, die kein oder ein anderes Antidementivum
erhielten und bei denen die bisherige Therapie unverändert fortgeführt wurde.
In beiden Studiengruppen hatten knapp die Hälfte der Patienten vor Studienbeginn keine
spezielle antidementive Behandlung erhalten, sieben Prozent ein Ginkgo-Präparat, etwa 20
Prozent Piracetam und 14 Prozent (Ginkgo-biloba-Gruppe) sowie zehn Prozent (Gruppe mit
Standardtherapie) einen Cholinesterase-Hemmer oder Memantine. Bei den übrigen Patienten
fehlten zur antidementiven Therapie die Informationen, oder sie hatten ein anderes
nootropes Mittel erhalten.
Nach der Datenanalyse durch das Institut für Empirische Gesundheitsökonomie in
Burscheid hatte sich nur bei Therapie mit dem Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761 (281
Patienten) die Lebensqualität der Angehörigen signifikant gebessert. Im Gegensatz dazu
hatte sich die Lebensqualität der Angehörigen in der Kontrollgruppe nicht verändert
oder sogar verschlechtert.
Die Lebensqualität war anhand eines Scores ermittelt worden, der Leistungsvermögen,
Genuß- und Entspannungsfähigkeit, positive Stimmung, negative Stimmung, Kontaktvermögen
und Zugehörigkeitsgefühl berücksichtigt. Auch die Stimmung der mit dem
Ginkgo-biloba-Präparat behandelten Patienten war deutlich besser als die der Patienten in
der Kontrollgruppe.
Zudem hatten sich bei den Patienten mit Ginkgo-Therapie die im Mini-Mental-Status-Test
erhobenen kognitiven Fähigkeiten im Laufe eines Jahres von (im Mittel) etwa 19 Punkte auf
20,5 Punkte signifikant verbessert. Die der Vergleichsgruppe (402 Patienten) waren in
dieser Zeit dagegen schlechter geworden (Rückgang von 18,5 auf 18 Punkte). Eine
ähnliche, aber nicht signifikante Entwicklung gab es beim Barthel-Index, der die
Fähigkeit zur Bewältigung alltäglicher Anforderungen, etwa von Körperpflege, An- und
Auskleiden oder Treppensteigen, wiedergibt.
Professor Siegfried Kanowski aus Berlin, der Vorsitzende der Kommission des 4.
Altenberichtes der Bundesregierung, wies darauf hin, daß die Studie "einen
innovativen Beitrag zu einer ökologisch und ökonomisch orientierten Medizin
darstellt". "Die für die Nachhaltigkeit ambulanter Versorgung so wichtige
psychische Belastung der betreuenden Angehörigen wird unter der Behandlung mit Ginkgo
biloba bei vermutlich eher geringeren Kosten reduziert", so Kanowski.
Und Heike von Lützau-Hohlbein aus München, die Vorsitzende der Deutschen Alzheimer
Gesellschaft e. V., sieht mit der Studie die persönlichen Erfahrungen von Angehörigen
bestätigt, die unter Ginkgo-Medikation der Demenz-kranken Familienmitglieder eine
deutliche Verbesserung der persönlichen Lebensqualität und der des Patienten beschrieben
haben.
Quelle: Ärztezeitung,
23.3.2005
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habe hierzu eine Frage ... |
Musik- und Kunsttherapie entspannen
10.3.05
bei DemenzUnruhezustände und aggressives Verhalten werden gedämpft /
Auch Antidementiva beeinflussen Verhaltensstörungen
FRANKFURT/MAIN (saw). Jeder Demenz-Patient entwickelt im Laufe seiner Erkrankung
eine Verhaltensstörung, gegen die er dann meist besser behandelbar ist als gegen die
kognitiven Störungen selbst. In der Therapie wegen der Verhaltensstörung sollten dabei
zunächst nicht-medikamentöse Behandlungsansätze zum Zuge kommen.
Blieben diese erfolglos, dürfe aber keinem Patienten eine spezifische pharmakologische
Intervention vorenthalten werden, "nur weil er oder sie dement ist." Darauf wies
Privatdozent Hans Gutzmann vom Krankenhaus Hedwigshöhe in Berlin bei der 7. Jahrestagung
der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie in Frankfurt/Main.
Verhaltensstörungen bei Demenz betreffen vor allem Störungen des Antriebs wie
Apathie, Unruhe und Aggressivität sowie Veränderungen des Eßverhaltens und des
Schlaf-Wachrhythmus. Viele Demenzpatienten litten zudem unter Wahnvorstellungen, visuellen
Halluzinationen und illusionärer Situationsverkennung, so Gutzmann bei einem
Satelliten-Symposium von Eisai und Pfizer.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Unruhezuständen und aggressivem Verhalten sind
Musik- und Kunsttherapie, bei abendlicher Unruhe und Schlafstörungen Lichttherapie.
Depressive Verstimmungen können auf Massagen oder Aromatherapie ansprechen. Auch Ansätze
wie Streichelzoo oder Hundebesuchsprogramm könnten erfolgreich sein.
Man sei gut beraten, so der Demenz-Experte, sich über frühere Vorlieben des Patienten
zu informieren, um diese für die Therapie zu nutzen. Verabschieden müsse man sich
allerdings von der Vorstellung, daß jedes problematische Verhalten verläßlich und
dauerhaft veränderbar sei.
Und worauf ist bei der Pharmakotherapie bei Verhaltensstörungen von Dementen zu
achten? Zunächst sollte der Effekt des Antidementivums auf die Verhaltensstörungen
beurteilt werden, bevor zusätzlich Psychopharmaka verordnet werden, so Gutzmann.
Acetylcholinesterase-Hemmer wie Donepezil (Aricept®) etwa könnten außer ihrem
kognitiven Effekt Wahnvorstellungen, Halluzinationen und Agitiertheit bessern.
Bei Depressionen seien Serotoninwiederaufnahmehemmer günstig. Sie können mit
Antidementiva kombiniert werden, haben weniger unerwünschte Effekte als trizyklische
Antidepressiva und wirken angstlösend. Antipsychotika sollten nur niedrig dosiert
verordnet werden, da die Gefahr extrapyramidaler motorischer Störungen wegen des Alters
der Patienten und der Hirnschädigung stark erhöht sei, so Gutzmann. Hochpotente
Neuroleptika sollten auf keinen Fall großzügig zur Verhaltensverbesserung verwendet
werden. Aggressivität und Feindseligkeit würden auch mit Antiepileptika oder
Phasenprophylaktika verringert.
Quelle: Ärztezeitung, 3/05
Ich habe hierzu eine Frage ... |
| Im Kampf gegen Demenz setzen Politiker 31.1.05 auch auf Hausärzte
Alter ist der größte Risikofaktor für das Auftreten von
Demenzerkrankungen. Mit 80 Jahren ist ungefähr jeder fünfte Bürger dement, mit 90
bereits jeder Dritte.
Die Menschen in Deutschland werden immer älter und das Problem Demenz läßt
sich nicht weiter auf die lange Bank schieben. Genau das ist offenbar inzwischen auch den
Politikern in Berlin klargeworden. Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags drängen
jetzt darauf, daß Demenzerkrankungen in Deutschland früher als bisher erkannt werden.
Ihr Ziel: Demenzpatienten sollen länger in ihren Familien oder auch allein leben
können. Pflegekosten werden so reduziert.
In einer am Freitag einstimmig verabschiedeten Entschließung haben die Mandatsträger
deutlich gemacht, daß Hausärzte bei der Früherkennung als erste Anlaufstelle für
Patienten von besonderer Bedeutung sind. "Hausärzte sind am ehesten in der Lage, bei
von ihnen langjährig betreuten Patienten auch kleinere Veränderungen wahrzunehmen, die
dann von Fachärzten auf ihre Ursachen hin untersucht werden müssen", heißt es in
der Entschließung.
In der Debatte forderte die Abgeordnete Irmingard Schewe-Gerigk von den Grünen, neue
wissenschaftliche Erkenntnisse möglichst schnell den Hausärzten zugänglich zu machen,
damit sie für künftige Herausforderungen im Umgang mit Demenzpatienten gerüstet seien.
Bei der anstehenden Reform der Pflegeversicherung müsse im übrigen auch die Situation
der Demenzkranken und ihrer Angehörigen entsprechend berücksichtigt werden, sagte
Schewe-Gerigk.
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesseniorenministerium, Christel
Riemann-Hanewinckel (SPD) wies darauf hin, daß "fast alle in dieser Gesellschaft vom
Phänomen Demenz betroffen sind" - sei es durch erkrankte Angehörige oder Betroffene
im Bekanntenkreis. Dennoch stehe diese Erkrankung noch immer unter einem Tabu. Angehörige
hätten daher oft große Probleme, die jetzt schon vorhandenen Hilfsangebote in Anspruch
zu nehmen.
In der Entschließung wird gefordert, Pflegeeinrichtungen für Demenzkranke besser als
bisher zu verzahnen: "Prophylaxe, Rehabilitation und Pflege sollten nicht als
isolierte Bereiche betrachtet werden", so die Abgeordneten Der CDU-Parlamentarier
Walter Link sagte, seine Fraktion setze weiter "auf die generationenübergreifende
familiäre Unterstützung und auch auf die häusliche Pflege".
Klar ist: Der Handlungsdruck wird immer größer. Die Zahl der Demenzkranken wird bis
zum Jahr 2050 auf zwei Millionen wachsen.
Quelle: Ärztezeitung, 31.1.05
Ich habe hierzu
eine Frage ...
|
Altenheim kann Bewohnern kündigen
8.11.04
KARLSRUHE (dpa). Altenheime können alten Menschen wegen einer Verschlechterung
des Gesundheitszustands kündigen, müssen dann aber eine andere Betreuungsmöglichkeit
besorgen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Beschluß entschieden.
In dem Fall ging es um eine 1910 geborene Frau, deren Heimplatz wegen ihrer
fortschreitenden Demenzerkrankung gekündigt worden war, weil das Heim keine angemessene
Betreuungsmöglichkeit für solche Fälle hatte. Laut BGH kann ihr Auszug nur erzwungen
werden, wenn die Heimleitung ihr eine anderweitige Unterkunft und Betreuungsmöglichkeit
nachweist.
Bundesgerichtshof, Aktenzeichen: III 205/03
Quelle: Ärztezeitung,
3.11.2004
Ich
habe hierzu eine Frage ... |
Alzheimer-Therapie entlastet
5.9.04
die Angehörigen
Krankheitsprogression kann mit Antidementiva für mindestens ein Jahr
aufgehalten werden
BERLIN (grue). Die Behandlung von Alzheimer-Kranken mit Antidementiva kann die
Krankheitsprogression für mindestens ein Jahr aufhalten. Auch aus Sicht der pflegenden
Angehörigen ist eine solche Therapie wichtig.
Darauf hat Professor Isabella Heuser von der Charité in Berlin beim Hauptstadtkongreß
hingewiesen. Angehörige von Alzheimer-Kranken wendeten wöchentlich bis zu 100 Stunden
für die Krankenpflege auf, 75 Prozent von ihnen klagten über depressive Beschwerden, und
45 Prozent hätten Schlafstörungen.
"Die Therapie mit Antidementiva führt zur Entlastung der Angehörigen, weil sich
der Zustand des Kranken vorübergehend bessert oder zumindest stabilisiert", sagte
Heuser. Cholinesterasehemmer, das sind Donepezil, Rivastigmin und Galantamin, verbesserten
bei Patienten mit leichtem bis mittelschwerem Morbus Alzheimer die cholinerge
Neurotransmission und verlangsamten womöglich die Ausreifung amyloider Plaques im Gehirn.
Bei langsamer Aufdosierung sind die Substanzen gut verträglich und verzögern die
Krankheitsprogression um etwa ein Jahr. Der NMDA-Rezeptorantagonist Memantine greife in
das glutaminerge System ein. Memantine ist für die Behandlung bei mittelschwerer bis
schwerer Alzheimer-Krankheit zugelassen und bessert kognitive Defizite und die
Alltagskompetenz.
Weil bei Morbus Alzheimer eine langfristige Besserung nicht möglich sei, sollten
präventive Maßnahmen stärker greifen, sagte Heuser, wies aber gleichzeitig auf die hier
noch lückenhafte und teilweise konträre Datenlage hin. So sei zum Beispiel Vitamin E
zwar ein Radikalfänger und wirke neuropotektiv. Wer geistig fit bleiben will, müsse aber
wohl schon ab dem 40. Lebensjahr mit einer Nahrungsergänzung beginnen, so Heuser. Auch
bei den Lipidsenkern scheine "nach anfänglicher Euphorie deren demenzvorbeugender
Effekt doch nicht so groß zu sein."
Heuser setzt ihre Hoffnungen deshalb auf die Therapie von Alzheimer-Patienten, speziell
auf die Behandlung mit Antikörpern gegen Beta-Amyloid-Plaques. Deren Entwicklung werde
aber wohl weitere zehn Jahre in Anspruch nehmen.
Quelle: Ärztezeitung, 2.9.04
Ich habe hierzu eine Frage
... |
| Kaum Hilfen für Demente angeboten
10.7.04 BERLIN. Die Hilfsangebote nach dem
Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz kommen noch zu selten bei den Betroffenen an. Das bestätigte jetzt die Bundesregierung auf eine parlamentarische
Anfrage der Unionsfraktionen.
Im Jahr 2002 hätten nur 8000 Pflegebedürftige von 220 000 informierten die
Zusatzleistungen in Anspruch genommen. In 2003 waren es etwa 30 000.
"Diese Zahl bleibt hinter den Erwartungen zurück", so die Bundesregierung.
Grund dafür sei, daß nicht einmal jeder zehnte der insgesamt 10600 ambulanten
Pflegedienste in Deutschland diese speziellen Leistungen in seine Angebotspalette
aufgenommen hätte.
Quelle: CareKonkret, 6/04
Ich habe hierzu eine Frage ... |
Hohes Alter ist klarer Risikofaktor für
15.5.04
eine Demenz nach einem Schlaganfall
BERLIN (gvg). Die Gefahr, eine Demenz zu entwickeln, ist nach einem Schlaganfall
stark erhöht. Wer zu den Betroffenen gehört, läßt sich aber vorher kaum abschätzen.
Wird das erste Jahr nach dem Insult ohne Demenz überstanden, dann stehen die Chancen auch
längerfristig gut.
"In den ersten Monaten liegt der Anteil der Schlaganfall-Patienten, bei denen es
zu einer Demenz kommt, etwa bei einem Fünftel und damit mindestens zehnmal höher als in
Kontrollgruppen gleichen Alters", sagte Dr. Hilde Hénon vom
Schlaganfallforschungszentrum am Roger Salengro-Krankenhaus in Lille in Frankreich auf dem
Europäischen Schlaganfallkongreß in Mannheim.
Später allerdings sinke das Risiko für eine Demenz und sei dann im Vergleich mit dem
Durchschnitt nur noch mäßig erhöht, so Hénon in Mannheim.
Hohes Alter sei der einzige klare Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz nach
einem Schlaganfall, die auch als Post-stroke-Demenz oder PSD bezeichnet wird
Quelle: Ärztezeitung, 14.5.2004
Ich habe hierzu eine Frage ... |
Ohne Geduld scheitert jede
12.4.04
Demenz-Therapie
Therapieeffekt ist erst nach Monaten zu beurteilen
KÖLN (mal). Einige Monate Geduld - das ist für Bernd Zimmer, in Wuppertal
niedergelassener Allgemeinarzt und Geriater, eine wichtige Voraussetzung, daß eine
Antidementiva-Therapie überhaupt Erfolg haben kann. Nur so ließen sich Therapieabbrüche
wegen vermeintlichen Versagens der Therapie vermeiden.
Patienten und Angehörige müßten wissen, daß der Effekt von Antidementiva oft erst
nach sechs Monaten sicher beurteilt werden kann, betonte Zimmer bei einer Veranstaltung
von Janssen-Cilag in Köln. "Es lohnt sich nicht, eine solche Therapie zu starten,
wenn man nicht durchhalten will!"
Zimmer bestellt Patienten und Angehörige bereits eine Woche nach Beginn einer
Cholinesterasehemmer-Therapie wieder ein. Dann hätten sie nämlich den Beipackzettel
gelesen, ihn oft nicht verstanden und Angst. Bei diesem Termin wird erneut die Therapie
erläutert, um die Einnahme-Compliance zu sichern, und geklärt, ob Nebenwirkungen, etwa
Diarrhoe, aufgetreten sind.
Viele ältere Frauen würden es dabei gar nicht als unangenehm empfinden, wenn mit der
Medikation eine bestehende Obstipation besser wird, so Zimmer. Auch könne man durch
solche Begleiteffekte klar machen, daß das Mittel zu wirken beginnt.
Etwa sechs Wochen nach Therapiestart ist der nächste Termin - auch damit Patienten und
Angehörige sich mit ihrem Problem ebenso ernst genommen fühlten wie etwa Diabetiker, bei
denen ja auch oft Kontrollen stattfinden.
Nach drei Monaten wird erneut kontrolliert. Dann werden auch psychometrische Tests
gemacht. "Schon ein Stillstand der Krankheitsprogression ist ein
Therapieerfolg", betont Zimmer. Die drei folgenden Monate seien relativ schwer, da
die Angehörigen dann oft ungeduldig werden. Ist nach insgesamt sechs Monaten nicht
wenigstens eine verzögerte Krankheitsprogression bemerkbar, kommt für Zimmer der Wechsel
auf ein anderes Antidementivum in Frage.
Quelle: Ärztezeitung,
8.4.2004
Ich
habe hierzu eine Frage ... |
Demenzpatienten werden
16.3.04
per Satellit geortetBERLIN (gvg). Wer das Global Positioning System
(GPS) bisher vor allem als eine Denkstütze für orientierungslose Besitzer süddeutscher
Nobelkarossen betrachtet hat, der sollte umdenken.
GPS-Handys werden mittlerweile auch eingesetzt, um Demenzpatienten zu orten oder alten
Menschen in Notfällen beizustehen.
"Mobile Security" heißt das GPS-System, mit dem beispielsweise Bosch auf dem
Markt vertreten ist und das in Deutschland nach Firmenangaben im Moment von einer
dreistelligen Zahl von Nutzern eingesetzt wird. Es kann gewählt werden zwischen voll
funktionsfähigen Handys und reinen Notfallsystemen, die zwischen 580 und 900 Euro kosten,
zuzüglich einer Monatsgebühr von rund zwanzig Euro, in der dann sechs kostenlose Notrufe
enthalten sind.
Stürzt der Handybesitzer, dann kann er über einen Notfallknopf eine Verbindung zu
einer rund um die Uhr besetzten Leitstelle aufnehmen, die dann je nach Problemlage den
Rettungsdienst oder einen vorher bestimmten Angehörigen informiert. Dank GPS weiß der
Helfer exakt, wo sich der Patient oder Angehörige befindet. "Das geht mit einer
Genauigkeit von fünf bis zehn Metern", so eine Sprecherin von Bosch zur "Ärzte
Zeitung".
Doch "Mobile Security" kann noch etwas. So können mit Einverständnis der zu
überwachenden Person oder des jeweiligen Vormundes gewisse Bewegungsradien definiert
werden, innerhalb derer sich der Handybesitzer bewegen kann. Werden diese Gebiete
verlassen, dann schlägt das Gerät automatisch Alarm, und die Leitstelle kann eingreifen.
Diese Technik werde außer in der Pflege von Älteren oder Dementen auch bei der
Überwachung von Geldtransporten sowie von VIP eingesetzt, die sich dadurch absichern
möchten, so die Bosch-Sprecherin.
Stark interessiert an derartigen Geräten sind ambulante Pflegedienste, etwa die
Johanniter, die für die Überwachung zum Teil eigene Callcenter unterhalten. Von Kranken-
oder Pflegeversicherungen würden die GPS-Handys im Moment anders als manche
Heimüberwachungsgeräte noch nicht bezuschußt, so die Firma.
Quelle: Ärzte Zeitung, 16.3.04
Ich habe hierzu eine Frage ... |
Pflegende Angehörige selbst oft depressiv 19.11.03
NEU-ISENBURG (Smi). Wer einen demenzkranken Angehörigen pflegt, leidet häufig
selbst unter Depressionen. In den Monaten vor dem Tod des Angehörigen ist die
Leidensphase am stärksten, im ersten Jahr nach dem Tod des Patienten geht es den
pflegenden Angehörigen deutlich besser.
Das haben Richard Schulz, Professor für Psychiatrie an der University of Pittsburgh,
und Kollegen in einer Studie ermittelt, an der 217 Familien mit einem Pflege-Patienten
beteiligt waren ("New England Journal of Medicine" 349, 2003, 1936).
Im Durchschnitt wandten die Angehörigen 46 Stunden pro Woche für die Pflege ihrer
Angehörigen auf, fühlten sich selbst aber 24 Stunden am Tag im "Dienst".
Quelle: Ärztezeitung,
19.11.2003
Ich
habe hierzu eine Frage ... |
Pflegende
Angehörige: 57 Prozent überlastet 20.10.03
57 Prozent aller Bundesbürger, die
zu Hause einen Angehörigen regelmäßig pflegen, haben einen dringenden Bedarf an
Entlastung.
Das ergab eine von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützte Studie, die unter
Leitung von Dr. med. Elmar Gräßel in der Abteilung für Medizinische Psychologie und
Psychopathometrie der Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt wurde. |
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Pflegende Angehörige sind
psychisch und körperlich belastet |
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Die Pflege eines bedürftigen Menschen stellt
hohe Anforderungen an die pflegende Person.
Durch den großen zeitlichen Aufwand und die starke körperliche Beanspruchung sind
pflegende Personen großen Belastungsquellen ausgesetzt.
50 Prozent der pflegenden Personen haben körperliche Beschwerden, die über dem
Durchschnitt von nicht pflegenden Personen liegen. Insbesondere treten Beschwerden wie
körperliche Erschöpfung, Gliederschmerzen, Magen- und Herzbeschwerden
überdurchschnittlich oft auf. Konflikte mit anderen Familienangehörigen sowie mit den
eigenen Zukunftsplänen kommen erschwerend hinzu.
Bei ca. der Hälfte der Pflegenden ist der Nachtschlaf wegen Pflege-
tätigkeiten unterbrochen, bei drei Vierteln davon mehr als 1 x pro Nacht. |
Quelle: DKV
Deutsche Krankenversicherung
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Effektive Alzheimer-Mittel noch
22.8.03
zu wenig genutzt
Antidementiva verzögern die Progression der Erkrankung / Alzheimer-Kranke kommen im
Alltag besser allein zurecht
Die vorhandenen Möglichkeiten einer Pharmakotherapie bei Alzheimer-Demenz - aber
auch die Tatsache, daß viele der betroffenen Patienten diese Mittel noch immer nicht
bekommen - ist gestern, am Welt-Alzheimer-Tag, bei vielen Informationsveranstaltungen
bundesweit wieder ein vieldiskutiertes Thema gewesen.
Fest steht nämlich, daß es mittlerweile für Alzheimer-Patienten in jeder
Krankheitsphase effektive Arzneien gibt - leider aber auch, daß immer noch viel zu wenige
Betroffene damit auch behandelt werden.
Nach Berechnungen, die die geschätzte Zahl der Alzheimer-Kranken in Deutschland und
die Zahl verordneter Tagesdosen von Antidementiva einbeziehen, bekommen nur zehn bis 20
Prozent der Patienten Arzneimittel, die die Krankheits-Progression verzögern können.
"Das ist ein Skandal!", sagt etwa Privatdozent Dr. Harald Hampel, der Leiter des
Alzheimer Gedächtniszentrums an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität.
Aus Anlaß des Welt-Alzheimer-Tages hat Hampel an die Bedeutung früher Aufklärung und
früher Therapie bei Morbus Alzheimer erinnert. "Dann sind nämlich die Erfolge am
größten!" Nach dem aktuellen 4. Altenbericht zum Thema "Hochaltrige und
Demenz" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gibt es
derzeit sechs Substanzen, die bei Alzheimer-Patienten die staatlich geforderten Maßgaben
für einen Wirksamkeitsnachweis erfüllen.
Quelle: Ärztezeitung, 22.8.2003
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Fachverbände fordern bessere
Fortbildung
4.7.03
in Sachen Demenz
50 000 Unterschriften für Alzheimer-Aktion gesammelt / Politik soll Farbe
bekennen
BERLIN (hak). Hausärzte entsprechend weiterzubilden und Systemfehler abzubauen, die
verhindern, daß Demenzkranke frühzeitig erkannt und versorgt werden, haben
Fachgesellschaften, Betroffenen- und Pflegeverbände gestern in Berlin gefordert.
"Noch ist die adäquate Behandlung Demenzkranker in Deutschland eine Frage der
Kassenzugehörigkeit", sagte Dr. Hans Gutzmann, Vorsitzender der Deutschen
Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie. Demenzkranke, die
privatversichert sind, hätten eine doppelt so hohe Chance wie gesetzlich
Krankenversicherte mit demselben Leiden, daß sie nach dem aktuellen Stand der Medizin
versorgt werden. Kassenärzte würden sowohl die zeitaufwendige Diagnostik für dieses
Krankheitsbild scheuen als auch fürchten, daß die Verschreibung von Antidementiva ihr
Budget belastet, so Gutzmann.
Gutzmann tritt in einer gemeinsamen Aktion mit weiteren vier Verbänden - der deutschen
Alzheimer Gesellschaft, der Hirnliga, dem Berufsverband für Altenpflege und dem
Arbeitskreis Gesundheit im Alter - dafür ein, die Probleme von Demenzkranken öffentlich
zu machen. Zusammen haben die Verbände im vergangenen Jahr über 50 000
Unterschriften für eine Aktion unter dem Titel "Die Politik ist gefordert:
Alzheimer-Kranken - jetzt helfen!" gesammelt.
"Zu sagen: Jeder bekommt die Behandlung, die er braucht, ist Augenwischerei",
sagte Gutzmann. Die Politik müsse ehrlich Bilanz ziehen, die Mißstände in der
Versorgung Demenzkranker öffentlich machen und abstellen. Konkret fordern die
Fachverbände, die Trennung zwischen den Leistungen der Kranken- und Pflegekasse
aufzuheben, pflegende Angehörige zu unterstützten und qualifizierte Weiterbildung aller
an der Pflege beteiligten Berufsgruppen zu fördern.
In Deutschland leben eine Millionen Demenzkranke. Nur ein Drittel von ihnen nimmt
fachärztliche Hilfe in Anspruch.
Quelle:
Ärztezeitung,3.7.03
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Schützende Polster:
8.6.03
Risiko für Brüche bei alten Menschen gesenkt
Für alte Menschen kann ein harmlos anmutender Sturz lebensbedrohlich enden. Von einem
Bruch des Oberschenkelhalses erholen sich zum Beispiel nur drei Fünftel der Betroffenen,
die übrigen bleiben entweder pflegebedürftig oder sterben an tödlichen
Folgekomplikationen.
Dass man diese Gefahr bereits mit dem Einsatz von speziellen Hüftpolstern deutlich
verringern kann wurde kürzlich durch eine Studie in Hamburger Altenheimen belegt.
Bei den in guten Sanitätsgeschäften erhältlichen Hüftprotektoren handelt es sich um
bis etwa zur Mitte des Oberschenkels reichende Unterhosen, in die an der Außenseite eine
Kunststoffschale eingelassen ist. Die Schalen puffern bei einem Sturz die Hüfte ab; auf
diese Weise wird die eigentlich auf den Knochen treffende Stoßkraft abgelenkt.
Quelle: British Medical Journal,Bd.326,S.76 Ich habe hierzu eine Frage ... |
Familien tragen Kosten der
Demenz-Kranken
15.2.02
70% der Kosten, die
Demenzkranke verursachen, tragen die Familien.
Die Kosten könnten aber durch gute Therapien gesenkt werden. Doch dadurch, dass
Krankenkasse und Pflegekasse getrennt sind, bekommen nur 10% aller Kranken eine Therapie
gegen Demenz.
Durch Therapien kann man heute lange Zeit verhindern, dass die Leute ins Heim müssen.
Doch die Krankenkasse sieht nicht ein, die Kosten für etwas zu tragen, wovon sie nichts
hat.So fallen die Kosten in der Pflegeversicherung und bei den Familien anQuelle:
Bocholter
Volksblatt
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Studie über Alzheimer-Patienten:
7.1.03
Betreuung der Angehörigen lohnt sich
Ob ein Alzheimer-Patient ins Heim kommt, hängt wesentlich davon ab, wie gut seine
Betreuung zu Hause ist. Das heißt auch, wie gesund sein Betreuer ist, berichtet der
jüngst erschienene Newsletter "Zukunftsforum Demenz". Demnach sei das, was
Fachleute schon seit Jahren fordern, nämlich dass zur Behandlung eines Alzheimer-Kranken
auch immer die seiner Pflegeperson gehöre, nun in einer US-Studie mit fast 6000
Demenzpatienten
bestätigt worden.
Am sichersten lasse sich das Risiko für eine Heimeinweisung innerhalb der nächsten drei
Jahre abschätzen, wenn Patienten und Angehöriger als eine "Einheit"
gesehen werden.
Ein großes Risiko bestehe vor allem, wenn die Kranken allein lebten, im Alltag nicht
zurecht kommen, Verhaltensauffälligkeiten haben oder wenn die pflegenden Angehörigen
selbst schon alt und gebrechlich seien. Jedoch könnten gezielte Maßnahmen bei Patienten
und Angehörigen nicht nur deren Lebensqualitat bessern, sondern auch die
Heimunterbringung des Patienten hinauszögern.
Quelle: Häusliche Pflege,2/2003
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Angehörige von Demenz-Kranken
24.10.02
brauchen viel Hilfe
Mehr Engagement bei der Unterstützung der Angehörigen von Alzheimer-Kranken
wünscht sich Professor Gabriela Stoppe aus Göttingen. Denn 50 Prozent der pflegenden
Angehörigen würden selbst seelisch oder körperlich krank.
Zwei Drittel der derzeit etwa eine Million Alzheimer-Kranken in Deutschland werden von
ihren Verwandten gepflegt. Dies sei oft mit sozialer Isolation, Verlust der eigenen
Unabhängigkeit und Depressionen verbunden, sagte die Psychiaterin bei einer Veranstaltung
der Unternehmen Pfizer und Eisai in Frankfurt am Main. Depressionen der Betreuer wirkten
sich auch auf Stimmung und Verhalten der Kranken aus.
Umgekehrt könne eine individualisierte Familienberatung den Zeitpunkt bis zur
Heimeinweisung eines Demenz-Kranken um mehr als 300 Tage verzögern, wie in einer Studie
nachgewiesen worden ist. Bei den dabei gewählten Interventionen handelt es sich um
kognitive Stimulation sowohl der Patienten als auch der Angehörigen, um Beratungen oder
Unterstützung bei der Tagespflege. Von der Kombination dieser Maßnahmen mit der
Behandlung mit Cholinesterase-Hemmern, etwa Donepezil (Aricept®), seien additive Effekte
zu erwarten, so Stoppe.
Quelle: ÄrzteZeitung, 24.10.02
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Checkliste für den Arztbesuch
19.10.02
Gesundheit kann nicht einfach verordnet werden.
Arzt und Patient müssen bei einer medizinischen Behandlung eng und vertrauensvoll
zusammenarbeiten. Dafür ist es wichtig, dass Sie sich mit Ihrem Arzt beraten und
gründlich informieren lassen.
Häufig fühlen sich Patienten nach einem Besuch bei ihrem Arzt jedoch von der Fülle der
Informationen überwältigt oder haben den Eindruck, dass sie längst nicht alles wissen,
was sie interessiert.
Eine Checkliste der Informationsleitstelle für Patientinnen und Patienten in der
Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V. hilft Ihnen , sich auf den Besuch
besser vorzubereiten und die Qualität eines Gespräches zu bewerten ==> http://www.gesundheit-nds.de
Quelle:Landesvereinigung für Gesundheit
Niedersachsen e.V, 8/02
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Antidementiva immer noch viel zu
selten 16.7.02 eingesetztNur
13 Prozent der Alzheimer-Patienten erhalten Medikamente, die
die Krankheitsprogression stoppen
MAASTRICHT (grue). Bei vielen Patienten mit einer Alzheimer-Demenz ließe sich die
Aufnahme in ein Pflegeheim verzögern oder verhindern, wenn sie richtig behandelt würden.
Nur 13 Prozent der Alzheimer-Patienten erhalten Medikamente, die die Krankheitsprogression
stoppen und damit die Pflegebedürftigkeit hinauszögern, kritisiert Dr. Johannes Hallauer
aus Berlin.
Nach Angaben des Leiters des Bereichs Gesundheitssystemforschung an der Humboldt
Universität Berlin sind von den geschätzten eine Million Demenz-Patienten in Deutschland
650 000 an Morbus Alzheimer erkrankt. 60 Prozent von ihnen, so Hallauer, bräuchten
aufgrund der schon fortgeschrittenen Krankheit Antidementiva.
Theoretisch lasse sich bei vielen Patienten das Fortschreiten der Alzheimer-Demenz
zumindest für eine Zeit lang aufhalten, sagte Hallauer bei einer Veranstaltung des
Unternehmens Merz in Maastricht.
Leider sieht die Realität anders aus: Nur 31 000 Patienten sind, so Hallauer im Jahr
2000 mit Antidementiva behandelt worden. Dazu gehört auch der Glutamat-Modulator
Memantine (Akatinol Memantine®). Dieses Verordnungsverhalten sei unverständlich, weil
sich eine adäquate Therapie allein unter ökonomischen Gesichtspunkten rechne, ganz
abgesehen davon, daß sie die Lebensqualität verbessert.
"Jeder gewonnene Punkt im Minimal-Mental-Status-Test (MMST) verschiebt die
Pflegebedürftigkeit um ein Jahr", sagte Hallauer. Und er berichtete, daß ein schwer
kranker Alzheimer-Patient, der im MMST unter zehn Punkte hat, ambulante Pflegekosten von
5700 Euro im Monat verursacht. Bei mittelschwerer Demenz und einem MMST-Punktwert zwischen
10 und 14 reduzierten sich die Kosten um ein Drittel.
"Aus medizinischen, ethischen und ökonomischen Gründen darf den
Alzheimer-Kranken eine wirksame Therapie nicht vorenthalten werden", sagte Hallauer.
Es dürfe nicht vergessen werden, daß eine Therapie, die die kognitiven Fähigkeiten
zumindest vorübergehend stabilisiert, auch die pflegenden Angehörigen entlastet. Denn
deren physische und psychische Überforderung sei ein häufiger Grund, Alzheimer-Kranke in
ein Heim einzuweisen.
Quelle:
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Altersverwirrte werden fast immer
15.7.02
zu Hause gepflegt
Grünes Kreuz: Viel zu wenig Hilfsangebote für Angehörige
MARBURG (ras). Nach Erhebungen des Meinungsforschungsinstituts Emnid werden 88
Prozent der derzeit in Deutschland lebenden 800 000 schwer und sehr schwer
verhaltensgestörten alten Menschen von der Ehefrau, einer Tochter oder der
Schwiegertochter zu Hause gepflegt.
Trotz dieser großen Zahl von älteren Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten gibt es
bundesweit immer noch zu wenig Informations- und Hilfsangebote für diese Angehörigen,
kritisiert Dr. Ingolf Dürr vom Deutschen Grünen Kreuz in Marburg.
In den USA und Großbritannien ist man hier sehr viel weiter. Dort sind die
demenzbedingten Verhaltensstörungen bei alten Menschen längst zu einem eigeständigen
Krankheitsbild (Behavioural and Psychological Symptoms of Dementia, BPSD) zusammengefaßt.
Dies führt dazu, daß die typischen Störungen einer Altersdemenz frühzeitiger erkannt
und behandelt werden können.
Eine amerikanische Studie ergab, daß mehr als die Hälfte aller Pflegenden, die einen
Demenzkranken zu versorgen hatten, drei Jahre zu lang warten, bis sie ärztliche oder
sonstige Hilfe in Anspruch nahmen.
Quelle: ÄrzteZeitung, 15.07.02
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Neues Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz soll pflegende
20.02.02
Angehörige entlasten
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Zusätzliche Leistungen für altersverwirrte, geistig
behinderte und psychisch kranke Pflegebedürftige sieht das neue
Pflegeleistungs-Ergänzungsgesetz vor, das am 1. Januar 2002 in Kraft getreten ist.
Erstmals sind darin für altersverwirrte, aber auch für geistig behinderte und psychisch
kranke Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf zusätzliche
Leistungen und verbesserte Versorgungsangebote vorgesehen.
Die häusliche Pflege hat dabei Vorrang. Dies entspricht auch den Bedürfnissen der
meisten Betroffenen, die eine Pflege im häuslichen Bereich einer stationären Versorgung
vorziehen.
Entlastet werden die Angehörigen, die rund um die Uhr beansprucht werden, weil sie die
Pflegebedürftigen nicht allein lassen können.
Das Gesetz sieht folgende Maßnahmen vor: Häuslich Pflegebedürftige, bei denen der
medizinische Dienst der Krankenversicherung einen erheblichen allgemeinen Betreuungsbedarf
festgestellt hat, erhalten ab dem 1. April d.J. einen zusätzlichen Betreuungsbetrag in
Höhe von bis zu 460 Euro je Kalenderjahr. Die Mittel sind zweckgebunden für Leistungen
der Tages- und Nachtpflege, der Kurzzeitpflege und niedrigschwellige Betreuungsangebote zu
verwenden, also für qualitätsgesicherte aktivierende Betreuungsangebote. Bestehende
Beratungsangebote insbesondere für demenziell erkrankte Pflegebedürftige werden
verbessert und erweitert, beratende Hilfen im häuslichen Bereich durch zusätzliche
Hausbesuche ausgebaut.
Die Entwicklung neuer Versorgungskonzepte und -strukturen insbesondere für demenziell
erkrankte Pflegebedürftige soll mit insgesamt 20 Millionen Euro pro Jahr aus Mitteln der
sozialen und privaten Pflegeversicherung unter finanzieller Beteiligung der Länder oder
Kommunen gefördert werden. Hierbei geht es zum einen um den Auf- und Ausbau sog.
niedrigschwelliger Betreuungsangebote (z. B. Betreuungsgruppen für demente
Pflegebedürftige, Helferinnenkreise, Tagesbetreuung in Klein- und Kleinstgruppen usw.).
Und zum anderen sollen im Rahmen von Modellprojekten Möglichkeiten einer integrativ
ausgerichteten Versorgung und Vernetzung der für die Pflegebedürftigen erforderlichen
Hilfen erprobt werden. Damit werden im Interesse der Pflegebedürftigen und ihrer
pflegenden Angehörigen Weichen zur Schaffung eines Netzes von abgestuften,
bedürfnisorientierten und gemeindenahen Hilfen und Versorgungsangeboten gestellt.
Darüber hinaus können die Spitzenverbände der Pflegekassen mit bis zu 5 Millionen Euro
pro Jahr modellhaft personenbezogene Budgets und neue Wohnkonzepte für Pflegebedürftige
erproben. Die Krankenkassen fördern ab 2002 ambulante Hospizdienste, die bestimmte
Qualitätsanforderungen erfüllen, durch Zuschüsse. Damit werden die Leistungen der
gesetzlichen Krankenkassen im häuslichen Bereich - vertragsärztliche Versorgung und
häusliche Krankenpflege - um einen wichtigen nichtmedizinischen Anteil ergänzt. |
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Quelle: Sozialpolitische Umschau Nr.1,4/2002 Ich
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Bei Demenz ist ganzheitliche Therapie
nötig
22.1.02
BERLIN (wma). Das Gedächtnistraining gehört bei Alzheimer- und vaskulärer Demenz
zu den Grundsäulen der Therapie. Außer der internistischen Basistherapie, Versorgung mit
Seh- und Hörhilfen und Vermittlung sozialer Hilfen sind Antidementiva,
Gedächtnistraining und Angehörigenbetreuung die Grundsäulen der Therapie, so Professor
Dr. Johannes Kornhuber.
Denn bei der Therapie von Demenzkranken ist immer ein ganzheitlicher Ansatz notwendig,
sagte der Psychiater von der Universitätsklinik Erlangen auf einer Pressekonferenz des
Unternehmens Merz + Co. in Berlin. Die Möglichkeiten des Gedächtnistrainings werden
allerdings besonders von den Angehörigen oft überschätzt: Indiziert sei das Training
nur bei Patienten mit leichter und mittelschwerer Demenz und ausreichendem Hör- und
Sehvermögen. Allerdings schade die Therapie auch nicht, solange sie den Patienten nicht
überfordere.
Kornhuber erinnerte außerdem an die medikamentösen Möglichkeiten. Es stünden heute
Substanzen mit verschiedenen Wirkprinzipien zur Verfügung, die auf Erkenntnissen über
die Pathogenese der Demenzen beruhen. Als ein Wirkprinzip nannte Kornhuber die Erhöhung
der Acetylcholinesterase-Konzentration durch Cholinesterasehemmer wie Donepezil,
Rivastigmin und Galantamin. Der Glutamatantagonist Memantin (Akatinol Memantine®)
verhindere den glutaminerg vermittelten Zelluntergang und mache die für die
Gedächtnisleistung wichtige Übertragung zwischen den Nervenzellen effektiver. Durch eine
solche Therapie könne die Progression der Demenz um etwa ein Jahr verzögert, die
Situation vieler Patienten gebessert und damit die Angehörigen entlastet werden.
Daß sich die Behandlung auch rechnet, stellte Dr. Johannes Hallhuber von der Berliner
Charité dar. Modellrechnungen hätten ergeben, daß der Mehraufwand für die Medikamente
schon nach einem Jahr durch Einsparungen bei Pflegeaufwendungen mehr als kompensiert sei.
Quelle: Ärztezeitung, 21.1.02
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Verwirrte alte Menschen werden oft zu Unrecht
20.11.01
für dement gehalten
Experten haben auf dem 17. Bad Nauheimer Symposium für Altersmedizin darauf
hingewiesen, dass der Zustand der "Verwirrtheit" bei alten Menschen häufig
fälschlicherweise als "Demenz" gedeutet wird.
Doch wie Dr. Klaus Peter Reetz aus Hofheim in einem Bericht der Ärzte Zeitung vom 16.
November erläutert, sind die Ursachen der Verwirrtheit oft woanders als im geistigen
Abbau des Gehirns zu suchen: im Bereich der Infektionen nämlich. Das sei auch nicht ganz
einfach herauszufinden, denn bei alten Menschen erkennt man Infektionen oft erst auf den
zweiten Blick. Stets ein Alarmsignal seien, so Reetz, plötzliche auftretende
Funktionsstörungen bei den Senioren. Das kann eine spontan eintretende Verwirrtheit oder
eine Gangstörung sein. Dahinter steckt dann nicht selten eine Infektion, die bei den
meist mehrfach erkrankten alten Menschen dann gleich eine ganze Reihe von
Krankheitszeichen auslöst. Das kann etwa die Verstärkung einer bereits bestehenden
Herzschwäche sein, durch die die Durchblutung des Gehirns derart vermindert wird, dass
eben die "Verwirrtheit" eintritt.
Als häufigste Infektionen bei Senioren nennt Reetz Atemwegsinfekte, bei denen die
typischen Entzündungszeichen wie Fieber aber oft fehlen. Trotzdem müsse rasch gehandelt
werden, wenn sich zum Beispiel eine Lungenentzündung ankündigt, denn die Sterblichkeit
an dieser Krankheit sei immer noch hoch. Außer den üblichen Behandlungsschritten wie der
Labordiagnostik sei bei Bestätigung der Infektion eine entsprechende Therapie mit
Antibiotika angezeigt.
Quelle: Ärztezeitung
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...
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| Pflegekasse muß Baumaßnahmen bezuschussen
13.11.01 Geistig
verwirrte Patienten können einen Zuschuß von der Pflegeversicherung bekommen, wenn durch
bauliche Maßnahmen im Haus eine Selbstgefährdung verhindert werden soll. Das hat das
Bundessozialgericht (BSG) zu entschieden.
Für "Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes" sieht das
Pflegegesetz einkommensabhängige Zuschüsse bis zu 5000 DM vor, wenn dadurch "die
häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert" wird.
Im konkreten Fall klagte eine ältere Frau, die Pflegegeld nach der Stufe II erhielt.
Die Tochter, die ihre Mutter pflegte, ließ in ihrem Haus Treppenschutztüren und eine
Sicherung für die Gartentür für zusammen knapp tausend DM einbauen. Damit wollte sie
verhindern, daß die geistig verwirrte Frau die Treppe hinunterstürzt oder
unbeaufsichtigt wegläuft. Die Pflegekasse meinte jedoch, sie müsse nur Maßnahmen
bezuschussen, die die Pflege selbst erleichtern, nicht aber die bei der Pflegeversicherung
sonst unberücksichtigte Aufsicht.
Wie das Bundessozialgericht entschied, ist diese Auslegung zu eng. Ziel der Zuschüsse
sei es, möglichst lange die Pflege zu Hause zu ermöglichen. Dem dienten unter anderem
auch Maßnahmen, um die Pflegebedürftigen vor Selbstgefährdungen zu schützen.
Quelle: Bundessozialgericht Kassel,Az. B3P3/01R Ich habe
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Das Fortschreiten einer Alzheimer-Demenz läßt sich
mit 24.10.01
Cholinesterasehemmern aufhalten, die Einweisung ins
Pflegeheim verzögern.
Wichtig ist dabei - wie es auch für andere chronische
Erkrankungen gilt - ein früher Therapiebeginn.
Eine Alzheimer-Demenz wird meist spät erkannt.
Zwischen den ersten auffälligen Symptomen und der Diagnose vergehen im Schnitt etwa vier
Jahre.
Die richtige Diagnose ist aber wegen der unterschiedlichen therapeutischen Ansätze ganz
entscheidend. Beim Morbus Alzheimer ist das cholinerge Transmittersystem von großer
Bedeutung; die Patienten sprechen daher auf Cholinesterasehemmer an. Für Donepezil
(Aricept®) und Rivastigmin (Exelon®) ist belegt, daß damit die Progredienz der
Erkrankung über Monate aufgehalten werden kann. Damit werden die Angehörigen entlastet
und vor allem wird die Einweisung ins Pflegeheim verzögert.
Die tatsächliche Praxis sieht allerdings anders aus: Nur 13 Prozent der
Alzheimer-Patienten erhalten Cholinesterasehemmer. Die große Mehrheit - nämlich 80
Prozent - erhält gar keine medikamentöse Therapie.
Ebenso wie alle anderen Patienten mit chronischen Erkrankungen sollten auch
Alzheimer-Kranke möglichst früh behandelt werden.
Quelle: Ärzte Zeitung,
24.10 .01
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Patienten und Angehörige
profitieren von Therapie 21.9.01
Durch eine antidementive Behandlung gelingt es, die Progredienz
(=Fortschreiten)
bei Morbus Alzheimer zu verlangsamen.
Die unmerklich beginnende, langsam progrediente und meist zunächst aufgrund von
Gedächtnisstörungen auffallende Alzheimer-Krankheit ist die mit Abstand häufigste Form
einer Demenz. Fast 65 Prozent aller dementiellen Syndrome sind dadurch bedingt.
Mit Hilfe von Antidementiva in Kombination mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen ist es
heute möglich, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und so die kognitiven
Leistungen und die Alltagsfertigkeiten aufrecht zu erhalten.Patienten mit Demenz sind
derzeit nicht heilbar.
Aber: Je früher bei Demenz-Patienten eine antidementive Behandlung begonnen wird,
um so größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, daß die kognitiven Leistungen
vorübergehend nicht nur stabilisiert, sondern sogar wieder besser werden können. Nur so
können auch sowohl Patienten als auch ihre Angehörigen möglichst großen Nutzen aus der
Therapie ziehen
Quelle: Ärzte Zeitung, 21.9.01(Weltalzheimer-Tag) Ich habe
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Patienten mit vaskulärer Demenz
profitieren von Galantamin 10.9.01
Nach den Ergebnissen einer Studie mit über 500 Patienten
verbessern sich kognitive Leistungen und
Alltagsfunktionen bleiben erhalten
Nach neuen, noch unveröffentlichten Studiendaten profitieren von einer
Behandlung mit Galantamin nicht nur Patienten mit Morbus Alzheimer.
Diese Therapie hilft auch Patienten mit vaskulären Demenzen und mit Mischformen.
In der Studie sind 537 Patienten mit leichter bis mittelgradiger Demenz sechs Monate lang
mit täglich 24 Milligramm Galantamin oder mit Placebo behandelt worden. Bei 41 Prozent
von ihnen war - unter anderem aufgrund der Befunde in CT und MRT - die Verdachtsdiagnose
einer vaskulären Demenz gestellt worden, bei den übrigen die einer gemischt
vaskulär-degenerativen Demenz.
In validierten Testverfahren zum Verhalten und zur kognitiven Leistungsfähigkeit hätten
dabei die mit Galantamin behandelten Patienten signifikant besser abgeschnitten.
Bei ihnen hätten sich die kognitiven Leistungen konstant gebessert, die Alltagsfunktionen
seien erhalten geblieben und nicht-kognitive Symptome wie Unruhe, Aggressivität und
Verhaltensänderung hätten abgenommen.
Galantamin ist als Reminyl® bisher für die Behandlung von Patienten mit leichter bis
mittelschwer ausgeprägter Alzheimer-Demenz zugelassen.
Quelle: Ärztezeitung, 5.9.01
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Chip im Schuh: Weglaufsicherung für
Demente
27.7.01
Verwirrte alte Bewohner des
niederländischen Pflegeheims Meander in Veendam können nicht länger unbemerkt
davonlaufen.
In die Schuhe der etwa 50 meist an Alzheimer leidenden Menschen werde ein Chip eingebaut,
berichtete der Direktor des Pflegeheims, Rinus Ferwerda.
An den Fahrstühlen und Außentüren werden elektronische Detektoren ein
Piepsignal abgeben, sobald jemand mit den präparierten Schuhen in die Nähe
kommt. Die Türen gehen dann nicht auf und der Lift ist
blockiert.
Auf die Idee mit dem Anti-Weglauf-Chip kam einer der Handwerker, der zur Zeit das
Pflegeheim umbaut.
Die Maßnahme solle letztlich die Bewegungsfreiheit der Bewohner erhöhen. Jetzt müßten
sie oft eingeschlossen werden, um ein Weglaufen zu verhindern. Die Angehörigen seien
über die Maßnahme informiert worden und begeistert. Zur Zeit seien die Mitarbeiter des
Pflegeheims dabei, in die Schuhabsätze der Patienten ein Loch in der Größe eines
Markstückes zu bohren. Dorthin wird der Chip gelegt.
Quelle:
Computerbild
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...
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Ärzte
verschreiben rettendes Medikament nicht. 20.6.01
Sie sagen: Die Gesundheitsreform ist schuld!
Der Alzheimer-Skandal
| Der Morgen war so, wie ihn beide liebten: ruhig und gemütlich. Britta Bombelaj
(57) machte das Frühstück. Ihr Mann William (74) saß am Tisch und sah zu. Doch
irgendetwas schien ihn zu beunruhigen. Hast du etwas?, fragte Britta Bombelaj.
Dann fiel dieser Satz, der ihr fast das Herz gebrochen hätte. Wer sind Sie?,
fragte William fassungslos. Und es gab keinen Zweifel daran, dass der Mann, mit dem sie
seit über 20 Jahren glücklich ist, es wirklich nicht mehr wusste. Bis zum vergangenen Jahr saß der rüstige
Münchner noch selbst am Steuer seiner Speditionswagen und lieferte Möbel aus. Dann kamen
die Gedächtnisstörungen. Er vergaß Touren, lieferte Möbel an falsche Adressen,
verprellte Kunden, verlor Aufträge. Zum Schluss war er mit 300 000 Mark so hoch
verschuldet, dass er die Spedition aufgeben und die Eigentumswohnung verkaufen musste.
Und die Kopfschmerzen wurden immer
schlimmer. Der Hausarzt verschrieb Vitaminpillen. Natürlich halfen sie nicht. William
Bombelajs Zustand verschlechterte sich rapide: Ich konnte mich nicht mehr an die
einfachsten Dinge erinnern, verlor die Kontrolle über mein Leben. Ab einem bestimmten
Zeitpunkt riss der Faden völlig.
Ein Neurologe stellte endlich die
richtige Diagnose: Alzheimer!
Ein Glücksfall, denn er verschrieb
dem vor sich hin dämmernden Mann das neuartige Medikament. Ich habe richtig
gespürt, wie sich mein Zustand besserte, so William Bombelaj. Es war, als
habe mir jemand neues Leben eingehaucht. Ich konnte wieder sprechen, allein spazieren
gehen, ohne mich zu verlaufen. Es war zwar nicht ganz so wie früher, aber damit konnte
ich gut leben.
Bis die Packung leer war. Es
dauerte drei Tage, dann fiel mein Mann erneut in diesen schrecklichen Dämmerzustand. Es
war so, als ob jemand auf einen Aus-Schalter gedrückt hatte.
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Jeden Tag muss William Bombelaj das Medikament einnehmen. Jeden Tag fehlen in der
Packung zwei Tabletten. Bald wird sie leer sein. Wenn Britta Bombelaj bis dahin keinen Arzt
findet, der ihr eine neue Packung verschreibt, wird ihr Mann wieder in die Welt des
Vergessens hinüberdämmern.
Zweimal lehnten Ärzte es schon ab,
ein Rezept auszustellen. Begründung: Ihre Budgets seien überschritten. Schuld daran sei
die Gesundheitsreform.
Natürlich gibt es einen Ausweg
doch der hat mit Geld zu tun. Denn die knapp 1000 Mark teure Packung (98 Tabletten
für 983,58 DM) kann man auf Privatrezept bekommen und aus eigener Tasche bezahlen. Aber
genau das ist das Problem: Die Bombelajs haben keins mehr. Die Alzheimer-Krankheit hat
ihre finanzielle Existenz vernichtet.
Dr. Jürgen Bausch, Vorsitzender der
Kassenärztlichen Vereinigung, Hessen: Wir stecken in einem ethischen Dilemma, das
uns an den Rand des Wahnsinns treibt. Als Hausarzt habe ich pro Rentner ein Budget von 220
Mark pro Quartal. Wenn ich das überschreite, werde ich geprüft und muss Mehrkosten aus
eigener Tasche bezahlen. Da hat uns der Gesetzgeber ein schlimmes Ei ins Nest gelegt. Ich
empfehle meinen Ärzten in Hessen dennoch, Präparate, die wirken, auch zu
verordnen. |
Was sagen die Initiatoren der
Gesundheitsreform zum Alzheimer-Skandal? Florian Lanz, Sprecher des
Gesundheitsministeriums, stellt klar: Kein Arzt darf einem Patienten eine
medizinisch notwendige Leistung verweigern. Allerdings sind Medikamente, die in ihrer
therapeutischen Wirkung umstritten sind, nicht Teil des Leistungskatalogs der gesetzlichen
Krankenkassen. Aber der Leistungskatalog wird nicht vom Gesundheitsministerium, sondern
von Kassen und Kassenärzten gemeinsam festgelegt.
Britta und William Bombelaj ist es
egal, wer für ihre unerträgliche Situation verantwortlich ist. Auf ihre dringendste
Frage sind ihnen Politiker und Ärzte ohnehin eine klare Antwort schuldig geblieben: Wer
holt William Bombelaj aus dem Land des Vergessens zurück, wenn seine Tabletten in fünf
Wochen aufgebraucht sind? Seine verzweifelte Frau: Ich weiß nicht, ob ich nächsten
Monat noch einmal so viel Geld zusammenbekomme. Wie soll es bloß weitergehen?
Quelle: Bild am Sonntag, 16.4.00 (gekürzt)
Ich habe hierzu eine Frage ... |
Wenig Hilfe für die Angehörigen
von Demenzkranken
26.4.01
Noch immer wird die Suche nach möglicherweise behebbaren Ursachen einer dementiellen
Erkrankung oft vernachlässigt. Nur jeder zehnte Demenz-Patient erhält eine geeignete
Behandlung mit Antidementiva, und noch viel seltener erfahren die Familien dieser Kranken
psychologische Unterstützung.An diese Defizite in der Versorgung der etwa eine
Million Menschen in Deutschland mit mittelschwerer bis schwerer Demenz hat Professor Hans
Förstl von der TU München beim Fachforum auf dem Weltgesundheitstag 2001 in Köln
erinnert.
Wenngleich die Prävalenz dementieller Erkrankungen ab der achten Lebensdekade
sprunghaft steigt, sei nicht jede kognitive Einbuße schon eine Demenz. Auch eine
Depression könne im Alter zu Gedächtnisstörungen führen, so Förstl. Bei etwa zehn
Prozent der Patienten mit Demenz-Symptomen ließen sich potentiell reversible Ursache
dieser Störungen finden und sich die geistigen Fähigkeiten durch eine rechtzeitige
Therapie weitgehend wieder herstellen.
Die heute gegen Demenz verfügbaren Medikamente (
vgl." Die Betreuung verwirrter
alter Menschen / Alzheimermedikamente", d.Verf. ) hätten nicht nur auf den Hirnstoffwechsel positive
Effekte, so Förstl, sondern sie beeinflußten auch die intellektuellen Leistungen und die
Verhaltensstörungen günstig. Medikamentöse Therapie und vor allem die Anleitung und
Stützung der Pflegenden könnten das Befinden von Patienten und Betreuern nachhaltig
verbessern, würden aber noch viel zu selten angewandt. Groß sei auch das Defizit in der
psychologischen Betreuung der Familien.
Quelle: Ärzte Zeitung, 18.4.01
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Pflegekasse übernimmt Betreuungskosten bei
Krankeit
17.4.01
oder Urlaub pflegender Angehöriger für maximal acht Wochen
Wenn pflegende Angehörige wegen Krankheit, Urlaub o.ä. vorübergehend nicht zur
Verfügung stehen, kann die Betreuung der Pflegebedürftigen sowohl zu Hause mit Hilfe von
geeigneten Pflegepersonen als auch in einem Pflege-, Behinderten- oder Ferienheim
erfolgen.
Die Wahl steht den pflegenden Angehörigen frei.
Die Pflegekasse bezahlt diese sog. Verhinderungspflege für längstens vier Wochen pro
Jahr.
Daneben beteiligt sie sich bei Bedarf auch an den Kosten eine Kurzzeitpflege
mit bis zu 2800 DM im Jahr.
Bei einem Ausfall der gewohnten Betreuungsperson werden also für maximal
8 Wochen pro Jahr die Kosten für eine externe Betreuung übernommen.
Quelle: Bundessozialgericht Kassel Az. B3P9/99R
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Beeinträchtigungen des körperlichen und
seelischen Wohlbefindens bei
pflegenden Angehörigen
18.2.01
In einer Umfrage des Kuratoriums Deutsche Altershilfe wurden die Belastungen der
Angehörigen durch längere häusliche Pflege erfaßt.
Die Befragten berichteten über Belastungen in verschiedenen Bereichen des
körperlichen und seelischen Wohlbefindens und über materielle Einbußen:
=> 30 - 50 % beklagten Störungen der Gesundheit wie z.B.
Schlafstörungen,
vermehrte Reizbarkeit, verschiedene körperliche
Beschwerden und depressive Verstimmungen
=> 50 % Verzicht auf Freizeit und eigene Interessen
=> 45 % Verzicht auf Urlaub (viele Angehörige hatten seit
Jahren keinen
Urlaub mehr)
=> 30 % Auswirkungen auf die finanzielle Lage, z.B.
Verdienstausfall,
Einschränkungen im Rentenanspruch oder zusätzliche Ausgaben
=> 16 % Beeinträchtigungen der Berufstätigkeit
Dazu kommen Auswirkungen auf die eigene Familie der Pflegenden, die Konflikte mit ihrer
Rolle als Ehepartner und als Eltern der eigenen Kinder bedingen können.
Diese belastende Situation wird in vielen Familien oft bis zum Zusammenbruch eines der
Pflegenden fortgesetzt.
Am häufigsten leiden die Angehörigen unter Schuld- und Versagensgefühlen, die besonders
heftig beim Anklingen von aggressiven Gefühlsimpulsen oder eigenen Interessen auftreten.
Sie glauben, den Kranken nicht gerecht zu werden, werfen sich selbst vor, sie hätten zu
wenig Geduld, mangelndes Einfühlungsvermögen oder sie könnten sich ihnen nicht
liebevoll genug zuwenden.
Quelle:Kuratorium Deutsche Altershilfe,Umfrage
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Schlafstörungen
27.1.01
Unter Schlafstörungen der Demenzkranken haben besonders pflegende Angehörige zu
leiden, deren eigene Nachtruhe immer wieder unterbrochen wird. Auf Dauer führt das an die
Grenze der eigenen Belastbarkeit und nicht selten sogar zum Abbruch der häuslichen Pflege
und Überwechseln in ein Heim.
Um langes Dösen am Tag und Schlaflosigkeit in der Nacht zu vermeiden, sollten
Demenz-Kranke - in der häuslichen wie in der stationären Pflege - in möglichst viele
Alltagsabläufe wie beispielsweise Staubwischen, Kochen, Spülen ect. einbezogen werden.
Auch ausreichend Bewegung an der frischen Luft, zum Beispiel durch Einkaufsgänge oder
längere und anregende Spaziergänge mit den Angehörigen, sind sehr wichtig.
Es ist wissenschaftlich erwiesen: Oft sorgen schon geringfügige Umstellungen der
Lebensgewohnheiten oder gute alte "Hausmittelchen" wie ein Glas warme Honigmilch
für einen besseren Schlaf.
Dazu gehört auch - was aber vielen Menschen nicht bekannt oder bewußt ist - dass warme
Füße wesentlich dazu beitragen, gut einzuschlafen. So haben wissenschaftliche
Untersuchungen ergeben, dass die Einschlafzeit von durchschnittlich 25 auf 10 Minuten
sank, wenn Frierende für warme Füße sorgten.
Für zu Hause lebende pflegebedürftige Menschen, die nachts kaum schlafen können, gibt
es die sogenannte "Nachtpflege". In Nachtpflegeeinrichtungen können nachtaktive
Menschen bis spät am Abend die Zeit mit anderen verbringen - und werden versorgt und
betreut.
( => siehe dazu auch "Info-Material" => Tages- und
Nachtpflegeplätze)
Quelle: pro Alter, 4/2000
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