"Normale" Altersvergesslichkeit oder schon beginnende Demenz ?
 

Wir alle können einmal etwas vergessen.

Sich etwas merken zu können ist oft abhängig von der momentanen seelischen und geistigen Belastung des Einzelnen, seiner Konzentrationsfähigkeit oder Aufmerksamkeit.

Auch eine verstärkte Vergesslichkeit mit zunehmendem Alter ist nichts Ungewöhnliches, hängt dies doch mit biologischen Prozessen zusammen, die im Alter einfach langsamer und einschränkender ablaufen.

In Abgrenzung zur "normalen" Vergesslichkeit weisen allerdings Menschen, die tatsächlich an der
Alzheimer Krankheit leiden, einige typische Merkmale auf.

Anhand der Beispiele in der folgenden Tabelle wird erkennbar, wie sich Gedächtnisstörungen bei der Alzheimer Krankheit von einer "normalen" Vergesslichkeit unterscheiden :

 

"Normale" Vergesslichkeit
Mögliche Warnhinweise
Manchmal Gegenstände verlegen, z.B. Schlüssel oder Brille
Solche Gegenstände häufig an ungewöhnlichen Orten verlegen, z.B. im Kühlschrank
Gelegentlich etwas vergessen, später sich aber daran erinnern können, z.B. den Namen einer Person
Die ganze Person, an deren Namen man sich erinnern wollte, vergessen
Manchmal nach den richtigen Worten suchen
Einfache Worte fallen nicht mehr ein, es werden unpassende Füllwörter verwendet
Sich ab und zu in fremder Umgebung verlaufen
Sich in der gewohnten Umgebung nicht mehr orientieren können und sich verlaufen
Merkzettel und Gedächtnisstützen verwenden
Solche Hilfsmittel kaum noch nutzen können
Manchmal nicht die richtige dem Wetter angepasste Kleidung wählen
Oft eine völlig unangebrachte Kleidung wählen, z.B. im Bademantel zum Einkaufen gehen wollen
Hin und wieder Probleme mit Zahlen und dem Rechnen haben
Weder Zahlen einordnen noch einfache Rechnungen durchführen können
Manchmal eine falsche Entscheidung treffen
Mangelhafte Urteilsbildung und Entscheidungsfindung
Manchmal das richtige Wort nicht finden
Schwierigkeiten, ein Gespräch zu führen
Ab und zu Dinge verlieren
Dinge verlegen und sie nicht wieder finden können
Vergessen, welcher Tag gerade ist, sich später aber wieder daran erinnern
Datum oder Jahreszeit nicht mehr wissen

Weitere alterstypische Veränderungen in Gegenüberstellung zu möglichen dementiellen Warnzeichen sind => hier aufgelistet.


In Zweifelsfällen der Zuordnung sollte der Hausarzt erste Anlaufstelle sein, der z.B. über ein geriatrisches Basisassessment weitere Abklärungen vornehmen kann.

Hilfreiche Informationen zur Abgrenzung sind aber auch über das Beratungstelefon der Gerontologischen Seniorenberatung Online erhältlich sowie
über den Demenz-Kompass, einem Leitfaden zum weiteren Vorgehen bei beginnender Demenz .

Fast die Hälfte aller Deutschen (45 %) macht sich manchmal Sorgen, einmal an Alzheimer zu erkranken.
Dennoch würde nur jeder Dritte (32 %) seine persönliche Alzheimer-Prognose tatsächlich wissen wollen.
Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI).

Es gibt also sowohl ein Recht darauf, seine Diagnose zu erfahren mit dem Vorteil, dass reversible Ursachen der Erkrankungen rechtzeitig aufgedeckt werden können, mit Medikamenten die Chance besteht , die eigene Selbständigkeit noch längstmöglich zu erhalten und Pflegebedürftigkeit hinauszuschieben, finanzielle und rechtliche Angelegenheiten noch selbständig regeln zu können.

Es gibt aber auch ein Recht auf ein Nicht-Wissen-Wollen der Diagnose, auf unbeeinträchtigte Lebensqualität angesichts ohnehin (noch ?) fehlender Heilungsaussichten.

 

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